Im Cross Innovation Lab 2021 stellen sich Unternehmen gemeinsam mit Kreativen und Forschenden den Herausforderungen der Klimakrise

Als größte Herausforderung unserer Zeit braucht die Klimakrise revolutionäre Antworten, die sich schwerlich innerhalb ausgetretener Pfade finden lassen: Das Denken in konventionellen Mustern bleibt oftmals in zigfach durchgespielten Prozessen verhaftet, die zwar lösungsorientiert sein können, aber zu wenig Raum für Innovation bieten. Um neue Strategien für die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Zukunft zu entwickeln, braucht es also ein ebenso neues Denken, das abgesteckte Räume verlässt und damit vorhandene Grenzen überschreitet. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs) zu handeln und hierfür aus den eigenen, bereits bekannten Denkmustern auszubrechen, bietet das Cross Innovation Lab der Kreativ Gesellschaft Hamburg einen grenzenlosen Experimentierraum, der unterschiedliche Perspektiven öffnet.

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Das Cross Innovation Lab 2021:
Zum ersten Mal mit Forschenden

Unternehmen sehen sich mittlerweile nicht mehr nur mit einem immer komplexer werdenden Markt und sich verkürzenden Innovationszyklen konfrontiert, sondern auch mit der öffentlichen Wahrnehmung: Anstatt sich auf einfache Bekenntnisse zur gesellschaftlichen Verantwortung des jeweiligen Unternehmens zu verlassen, fordert unsere Gesellschaft glaubwürdige Nachweise in Sachen Nachhaltigkeit und damit unterschiedliche Lösungen (mehr zu Corporate Social Responsibility), die die Auswirkungen des jeweiligen unternehmerischen Handelns auf das Klima reduzieren. Gleichwohl müssen diese Lösungen für das jeweilige Unternehmen wirtschaftlich tragfähig sein – die Lösungsfindung zu bestimmten Problemstellungen muss also sowohl zügig, als auch allumfassend sein. Hierfür bringt die Hamburg Kreativ Gesellschaft bereits zum vierten Mal Kreativschaffende in die initiale Phase des Innovationsprozesses von Unternehmen mit ein, während unser Science Scout-Team einen interdisziplinären Pool von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgebaut hat, wodurch auch Forschende als Sparringpartnerinnen und Sparringpartner zur Ideenfindung beitragen, indem sie ihre Expertise einbringen.

Das Cross Innovation Lab bringt auf diese Weise Akteurinnen und Akteure verschiedener Unternehmen gleich zu Beginn der Ideenentwicklung mit Kreativen und Forschenden zusammen und damit mit Menschen, die sich tagtäglich mit eben jenen Prozess – der Entwicklung neuer Ideen – auseinandersetzen. Dadurch wird eine interdisziplinäre Denkweise beflügelt, die eine Idee von der Pike auf in all ihren Facetten und möglichen Wirkweisen beleuchtet. Gleichzeitig beschleunigt der angewandte und aus der Kreativwirtschaft entlehnte Open-Innovation-Prozess die Ideenfindung. Innerhalb weniger Monate werden Unternehmen in unterschiedlichen Arbeitsphasen mit den diversen Pools aus Kreativen, Kompetenzpartnerinnen und -partnern, Faciliatoren und Forschenden zusammengebracht. Im Rahmen dieser Arbeitsweise finden sich nicht nur Lösungen, sondern auch neue Netzwerke, die über das Lab hinaus Bestand haben können.

Phasen

Das Format

Das Kick-off fand bereits im Februar dieses Jahres statt. Seither werden in einer Vorprojektphase mithilfe von Feldforschungseinheiten die unterschiedlichen Herausforderungen der teilnehmenden Unternehmen ausgearbeitet. Hierfür lernen die Kreativen und Forschenden die Unternehmen besser kennen, um die gemeinsame Ideenentwicklung richtig ansetzen zu können.

Am Abend des 14. April 2021 wird das Public Opening stattfinden. Die in der Vorphase definierten Herausforderungen werden an diesem Abend von den Unternehmen und ihren Kreations-Teams der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Format im Detail findet sich auf der Website des Cross Innovation Lab

Impulse für innovative Lösungsansätze:
Kooperation zwischen Kreativschaffenden, Forschenden und Unternehmen stärken

Gemeinsam mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft wollen wir die Zusammenarbeit von Denkenden aus Kreativwirtschaft und Forschung stärken, damit bereits heute ungeahnte Lösungen für Probleme von morgen entstehen können. Während die Hamburg Kreativ Gesellschaft als zentrale Anlaufstelle für Kreative der Hansestadt ein Netzwerk voll von frischen Impulsen und Ideen überblickt, pflegen unsere Innovation Scouts den ‚heißen Draht‘ in die Hamburger Forschungslandschaft – beste Voraussetzungen also, um die Welten von Kreation und Forschung zu vereinen.

Diesen Schritt in neue Kooperationsformen ermöglicht nun das Cross Innovation Lab, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hamburger Hochschulen ihre Expertise einbringen, teilen und in neuen Kontexten denken. Hierbei erstreckt sich die Spannweite des eingebrachten Wissens von nachhaltiger Stadtplanung und Recyclingverfahren über Mikrobiologie bis hin zu intelligenter Sensorik und nachhaltigem Investment.

Teilnehmende Expertinnen und Experten

Professor Jörg Knieling der HafenCity Universität bringt seine Expertise in Sachen Stadtplanung und Regionalentwicklung ein, um seine Vision, Städte und Regionen in Zukunft im Einklang mit den natürlichen Ressourcen zu organisieren, ein stückweit mehr zu realisieren. Professorin Katharina Manderscheid der Universität Hamburg vermittelt im Sparring ihr Wissen der Soziologie: Ihre Forschung beleuchtet insbesondere Lebensführung und Nachhaltigkeit sowie Mobilität. Smarte Mobilität ist zudem eins von vielen Themen von Professor Tim Tidemann der HAW Hamburg:  Als Generalist in Sachen ‚Intelligente Sensorik‘ verfügt er über Wissen für unterschiedliche Anwendungsfälle, die alle einen einzigartigen Lösungsweg durch spezielle Eigenkonstruktionen erfordern.

Patrick Möbius der Helmut-Schmidt-Universität erarbeitet am Lehrstuhl von Professor Detlef Schulz neue Möglichmacher der Klimaoffensive durch die elektrische Energietechnik und bringt seine Expertise mit der der Kreativschaffenden im Lab zusammen, um eine klimaneutrale Zukunft mitzugestalten. Regenerative Energien beschäftigen auch Professor Frank Wellershoff der HafenCity Universität Hamburg  So setzt er sich im Rahmen seiner Forschung zu Fassadensystemen und individuellen Gebäudehüllen beispielsweise mit fassadenintegrierter Windenergiegewinnung oder mit der Vermeidung von innerstädtischen Hitzeinseln durch Fassadenbegrünung auseinander. An der Universität Hamburg forscht Professorin Michaela Timm im ColLab@UHH – ein durch die Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder finanziertes Transferlabor für innovativ-kollaboratives und krisensicheres Unternehmertum. Professorin Timm setzt sich also für nachhaltige Wirtschaftspraktiken und gemeinschaftsbasierte Geschäftsmodelle ein und unterstützt nun mit ihrer Forschung die Lösungsansätze, die im Cross Innovation Lab entstehen.

Umwelttechnik und Energiewirtschaft sind das Feld von Professorin Kerstin Kuchta der Technischen Universität  amburg. Ihre Expertise zahlt auf das Thema Kreislaufwirtschaft ein: Mit ihrer Forschung will sie Neben- und Restströme in den Fokus rücken, damit wir alle global nachhaltiger und gesünder leben wie wirtschaften können. Doch nicht nur solche ‚glasklar‘ umweltorientierten Disziplinen tragen ihren Teil zu den Herausforderungen der Klimakrise bei, auch der Bereich der angewandten Softwaretechnik eröffnet neue Perspektiven und Möglichkeiten: Professor Walid Maalej der Universität Hamburg forscht in Sachen nachhaltiger Softwareentwicklung und strebt beispielsweise die detaillierte Erhebung von Daten zur Umweltverschmutzung durch partizipatorisches Crowdsensing an, damit wir effektive Präventivmaßnahmen gemeinsam ergreifen können. Zum Umweltschutz trägt auch Professor Wolfgang Streit der Universität Hamburg bei, der im Bereich Mikrobiologie und Biotechnologie zu Lösungen durch effizienten Plastikabbau forscht. Mithilfe von Enzymen beschleunigt er biochemische Prozesse, die das Recycling von Plastik revolutionieren könnten.

Cross Innovation Lab @ Hamburg Kreativ Gesellschaft

Expertisen vereinen:
Grenzenloser Wissenstransfer für technologische wie nicht-technologische Innovationen

All jene Expertisen tragen zur Lösungsfindung im Open-Innovation Prozess des Labs bei, wobei Prozesse und Impulse der Kreativschaffenden mit den Methoden der Forschenden vereint werden. Das Cross Innovation Lab ist damit wegweisend in Sachen Kooperation und interdisziplinärem Perspektivwechsel, wodurch technologische aber auch nicht-technologische Innovationen zusammengedacht werden können. Dadurch findet Wissenstransfer auf allen Ebenen statt: Um globale Herausforderungen wie die der Klimakrise gemeinsam zu meistern, braucht es nun einmal ein gemeinsames Denken und Handeln.

Unsere Kooperation mit der Hamburg Kreativ Gesellschaft findet jedoch nicht nur im Rahmen des Cross Innovation Labs statt, sondern beschäftigt sich auch mit Fragen nach der Messbarkeit von nicht-technologischen Innovationen, die innerhalb des Labs ebenso entwickelt werden dürften. Hieraus leitet sich ein erweitertes Innovationsverständnis ab, das wir gemeinsam auszuloten versuchen. Wie lassen sich Innovationen aus nicht-technischen Branchen, aus der Kultur- und Kreativwirtschaft oder der Geistes- und Sozialwissenschaften stimulieren, messen, bewerten und einordnen? Was eint diese Innovationen und wie lässt sich ihr gesellschaftlicher Mehrwert definieren? Mit welcher Indikatorik lassen sich die stets im Wandel befindlichen Kontexte der Creative Economics erheben und abbilden?

Whitepaper zur Stimulierung und Messbarkeit von nicht-technologischen Innovationen

Um diesen Fragen zu begegnen und die Innovationskraft aus der Kultur- und Kreativbranche, aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie aus weiteren nicht-technologischen Branchen zu stärken, fördern wir einerseits den Dialog zwischen Kultur, Forschung und Wirtschaft und erarbeiten andererseits eine gemeinsame Methodik, die die Wirkmacht dieser Zusammenarbeit ersichtlich machen soll. Das Cross Innovation Lab agiert im Zeichen ungewohnter Perspektiven und neuen Begegnungen, durch die dynamische Prozesse entstehen, die ebenso weitreichende Veränderungen bewirken wie klassische Erfindungen – um diese Auswirkungen abzubilden, haben wir im Rahmen der Cross Innovation Conference 2020 Erkenntnisse unseres Whitepapers vorgestellt, dass unsere Innovation Scouts gemeinsam mit dem Cross Innovation Hub der Hamburg Kreativ Gesellschaft erarbeitet haben.

Cross Innovation Conference 2020

WIE LASSEN SICH NICHT-TECHNISCHE
INNOVATIONEN MESSEN?

Wenn es um die Verwirklichung neuer Ideen und den Anspruch an nachhaltige Veränderungen geht, stehen meist technologische Innovationen im Vordergrund. Denn der Outcome technischer Entwicklungen ist größtenteils klar nachvollziehbar: Die Ergebnisse innovativer Lösungen sowie deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft werden dadurch nicht nur messbar, sondern auch spielend leicht sichtbar. Doch ungewohnte Perspektiven und damit einhergehende Möglichkeiten der Veränderung sind oftmals Teil eines dynamischen Prozesses, dessen Ursprung fernab der Technologie zu finden ist: Bei den Künstlerinnen und Künstlern, den Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, den Denkenden der Sozialwissenschaften und den Machenden aus der Kreativbranche. Hier dominiert der offene Erfahrungsaustausch um Neues zu schaffen: Das Teilen und gemeinsame Aufarbeiten von Wissen und kreativen Denkweisen führt zu frischen Prozessen und versteckten Innovationen, die jedoch oftmals außerhalb des bisher quantifizierbaren Bereichs liegen. Chancen, die sich durch Ideen aus der Kreativbranche und wissensbasierten Einrichtungen eröffnen, entstehen damit meist im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit, deren Ergebnisse nicht-technischer Natur sind. Der eigentliche Impact solcher Ideen und Entwicklungen auf unsere Gesellschaft entfaltet sich vorrangig innerhalb sozialer wie ökologischer Projekte, deren Mehrwert sich kaum in wirtschaftlich relevanten Zahlen ausdrücken lässt.

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Den ganzen Artikel auf Hamburg Innovation lesen: Cross Innovation Conference 2020 und Whitepaper // Hamburg Innovation

Die Teilnehmenden des Cross Innovation Lab denken, entwickeln, forschen und kooperieren in einem Rahmen, der innerhalb des Whitepapers den größten Raum einnimmt, denn: Das Lab demokratisiert Wissen. Diese Demokratisierung ist nur schwer sicht- und messbar, weist aber zugleich eine gesellschaftlich revolutionäre Wirkkraft durch den entstehenden Impact auf – ein Impact, der sich auch auf globale Herausforderungen wie die Klimakrise positiv auswirken kann.

Das Public Opening des Cross Innovation Labs 2021 findet am Abend des 14. April 2021 statt. 

Kreativschaffende und Unternehmen arbeiten mehrere Wochen in interdisziplinären Teams an Innovationsvorhaben und -bedarfen der Wirtschaft.

Bildernachweis

HEADER: © Amauri Mejía on Unsplash

Cross Innovation Lab: © Hamburg Kreativ Gesellschaft, Fotografin: Laura Müller

Cross Innovation Lab 2021

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