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Der Innovationsstandort Hamburg

Mit der Stadt Hamburg ist gemeinhin die Vorstellung einer seit Jahrhunderten florierenden Hanse- und Handelsstadt verbunden. Dafür steht insbesondere ein Weltkulturerbe: die Speicherstadt. Auch die Kulturmetropole Hamburg hat mit der Elbphilharmonie ein neues Wahrzeichen. Aber wer kennt eigentlich die Kathedralen des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Hamburg? Die Synchrotronstrahler des DESY und das City Science Lab der HCU – CC4E, IAPT und XFEL – um nur ein paar zu nennen?

Es ist bekannt, dass Hamburg mit rund 2500 Brücken deutlich mehr als Amsterdam und Venedig zusammen hat. Weniger aber, dass Hamburg insgesamt 27 Hochschulen bietet – darunter eine Exzellenz-Universität. In der gesamten Metropolregion sind es sogar knapp 40. Hinzu kommen über 50 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit insgesamt über 130.000 Studierenden und 12.000 Forschenden. Damit ist die Hansestadt der wesentliche Wissenschaftsstandort im Norden: Dieses Potenzial bekannter zu machen, dafür möchte Science Scout einen Beitrag leisten.

Die Schnelldreher im Handel der Vergangenheit waren Tee, Kaffee und Gewürze; die Handelsware des 21. Jahrhunderts ist jedoch das Wissen. Und auch davon hat Hamburg reichlich. Man muss nur genau hinschauen – zum Beispiel auf dieser Plattform. Durch die Verbreitung und Anwendung von Wissen entstehen Innovationen, die nicht nur Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen, sondern auch das Leben in der Stadt verbessern.

Die Hamburger Speicherstadt als Wahrzeichen des Handels

Hamburg als Testfeld für Innovationen:
Wissens- und Technologietransfer am Tor zur Welt

Auch was den Transfer von Wissen und Innovation angeht, hat Hamburg bereits eine längere Tradition. Mit der Tutech Innovation wurde 1992 das erste Wissens- und Technologietransferunternehmen einer deutschen Hochschule gegründet. Diese Transfereinrichtung war und ist Vorbild für viele – inzwischen in ähnlicher Form geschaffene – Einrichtungen. Rund eine Dekade später, im Jahr 2004, kam die Hamburg Innovation hinzu, das gemeinsame Tochterunternehmen der Hamburger öffentlich-rechtlichen Hochschulen – eine bundesweit bisher einmalige Kooperation.

Der ehemalige Wirtschaftssenator Hamburgs, Frank Horch, verdeutlichte mit seiner Aussage „Hamburg ist Hafen, Handel und Hightech“ vor einigen Jahren die Marschrichtung der Metropole. Inzwischen hat sich Hamburg nicht nur auf den Weg gemacht, sondern ist diesen bereits ein ganzes Stück weit gegangen. Dabei hat sich die Hansestadt zu einem bedeutenden Hochschul-, Forschungs- und Innovationsstandort entwickelt. Durch sein Tor zur Welt – den Hafen – hat Hamburg hierfür nicht nur ein internationales Gateway, sondern auch eines der größten Testfelder für Innovation in Nordeuropa. Nicht umsonst gibt es genau hier und nicht woanders auf europäischem Boden Zukunftspläne für den Aufbau eines Musk’schen Hyperloops als Teil des zukünftigen Smart Ports.

Beispielhaft ist auch die internationale Kooperation bei Entwicklung, Bau und Betrieb des Europäischen Röntgenlasers XFEL, der das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY ergänzt. Im Grunde haben wir es hier mit mächtigen Mikroskopen zu tun, die zu den größten und modernsten der Welt gehören. Damit können wir erstmals den Bausteinen des Lebens, den Molekülen, beim Reagieren zusehen.

Eng verzahnt mit der Wissenschaft:
Innovationsfelder der Hansestadt

Hamburg ist auch Industriestandort – und als solcher im Übrigen der weltweit drittgrößte Hot Spot der zivilen Luftfahrindustrie nach Seattle und Toulouse. Hier arbeiten rund 40.000 hochqualifizierte Fachkräfte an der Zukunft des Fliegens. Hier ist mit dem A380 (auch wenn die Produktion bald eingestellt wird) im wahrsten Sinne des Wortes ein internationaler Überflieger entstanden. Und im A350 XWB auch ein Erstflieger – nämlich das erste in der Luftfahrt eingesetzt bionische Bauteil. Der in 3D-Druck gefertigte Kabinenhalter ist eine gemeinsame Entwicklung von Airbus und der einstigen Tutech-Tochter Laserzentrum Nord (LZN), aus dem das erfolgreiche Fraunhofer Institut für additive Produktionstechnologien (IAPT) entstanden ist. Das Entwicklungsteam gehörte zu den drei Finalisten des Deutsche Zukunftspreises 2015: dem Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.

Die Beziehungen zwischen lokaler Industrie und Wissenschaft in Hamburg sind eng, weshalb es nur logisch ist, dass durch diese Verbindung jede Menge weitere Innovationen entstehen. Sei es im maritimen oder Luftfahrtbereich, in der Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, in der digitalen oder künstlerischen Welt.

Auch im Zuge der Digitalisierung kommt der Wissenschaft eine Schlüsselfunktion zu: Ihr Wissen über digitale Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten ermöglicht Lösungen für morgen. Die Allianz der Hamburger Hochschulen für Informatik (kurz ahoi.digital) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Informatik auf Spitzenniveau auszubauen.

Dies hilft auch dem Bereich Life Sciences, der immer stärker dem digitalen Wandel unterworfen ist.  Mit dem Universitätsklinikum Eppendorf (UKE), zugleich medizinische Fakultät der Universität Hamburg (UHH), steht eine erstklassige Forschungseinrichtung auf Hamburger Boden. Hier, wie auch im Forschungszentrum Medizintechnik (fmthh), wird Wissenstransfer gemäß „from bench to bedside“ täglich gelebt. Weltweit anerkannte Forschungseinrichtungen wie das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin oder das Heinrich-Pette-Institut für experimentelle Virologie haben darüber hinaus ebenfalls ihren Sitz in Hamburg.

Als Innovationsstandort lebt die Metropolregion Hamburg nicht nur vom stetigen Fachkräftenachschub, sondern vor allem von den Ideen, Impulsen und Erfindungen ihrer Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Durch deren Vernetzung mit Wirtschaft und Gesellschaft entstehen gemeinsame Verbundprojekte, neue Erkenntnisse und ungeahnte Lösungen innerhalb von Lehre, Forschung und Transfer, die wegweisend sein können.

Durch Hamburgs Innovations-Infrastruktur
gemeinsam Neues schaffen

Die Zahl der Instrumente des Transfers ist groß. Auf politischer Ebene sorgen unter anderem die Clusterstrategie, die Innovationsallianz und das Konzept der vier Innovationsparks Bahrenfeld, Finkenwerder, Harburg und Bergedorf für ordentlich Fahrtwind auf dem Innovation-Highway. Wer sich hier näher informieren will, kann dies digital unter future.hamburg tun, einer Plattform, die von der Hamburger Wirtschaftsförderung (Hamburg Invest) betrieben wird. Als Ausrichter des ITS-Kongresses wird Hamburg 2021 in den Kreis der internationalen Metropolen aufgenommen, die sich nicht nur Smart Mobility, sondern einer ganzen Smart City verschrieben haben. Und mit dem Hamburg Innovation Summit (kurz HHIS) hat sich eine jährliche Veranstaltung in der Fischauktionshalle entwickelt, die inzwischen als Szenetreff für Innovationsakteure aller Couleur sowie als Plattform für wissens- und technologiebasierte Startups gilt.

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Stichwort Startups: Auch die fühlten sich schon immer in Hamburg wohl. Mit HackFwd ist hier der erste Inkubator und mit Seedmatch die erste Crowdinvesting-Plattform Deutschlands entstanden. Der Serial Entrepreneur Lars Hinrich gründete später die Plattform Open Business Club, der heute als XING europaweit bekannt ist. An fast jedem Flughafen nutzen wir die Technologie von Dermalog, wenn wir unseren Fingerabdruck scannen lassen. Die Testkits von Altona Diagnostics sind – insbesondere seit der Corona-Pandemie – nicht mehr wegzudenken. Wer Browsergames liebt, kommt an InnoGames nicht vorbei. Familonet, Jimdo, Kreditech, Smaato und Mytaxi/Freenow sind Pioniere der digitalen Innovation, wobei noch viele mehr zu nennen wären.

Die Unterstützungs-Infrastruktur Hamburgs ist stark ausgeprägt und reicht vom Co-Working Space, über Inkubatoren und Acceleratoren bis hin zum kompletten Company-Builder. Die Plattform beyourpilot und die Initiative Startup Port unterstützen wissens- und technologiebasierte Startups aus dem Umfeld von Wissenschaft und Hochschulen der Metropolregion. Auf der Plattform Hamburg Startups finden sich jede Menge Informationen zum Hamburger Startup-Ökosystem und Kurzprofile von rund 700 Startups. Und die von Hamburg Invest betriebene Startup-Unit gilt als zentrale Anlaufstelle für Startups in Hamburg. Über die Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB) und deren Tochter Innostarter stehen zahlreiche Förderprogramme zur Verfügung. Nun muss eigentlich nur noch der auf 100 Millionen Euro ausgelegte Hamburger Innovationsfonds sein Closing bekannt geben…

Glückwunsch – Sie haben es geschafft – und Hut ab, dass Sie bis hier durchgehalten haben. Für eine Website ist dieser Text eigentlich viel zu lang.

Dennoch haben wir schon jede Menge weggelassen, von dem wir noch hätten erzählen können. Deshalb werden wir zukünftig an dieser Stelle regelmäßig zum Innovationsgeschehen der Stadt berichten, mit dem Fokus auf die eine oder andere Branche. Schauen Sie deshalb immer wieder rein. Es lohnt sich. Hamburg ist eben nicht nur Handelsstadt, sondern auch ein Freihafen für Innovationen.

Bildernachweis

Hafen Hamburg: Mediaserver Hamburg

Speicherstadt: Photo by Meduana on Unsplash
Scientists: Photo by ThisisEngineering RAEng on Unsplash