Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Kersten

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Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Kersten

Technische Universität Hamburg
Institut für Logistik und Unternehmensführung

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Innerhalb der Logistikforschung nimmt Professor Kersten nicht nur aktuelle Stellschrauben ins Visier, sondern er untersucht vielmehr die Auswirkungen wissenschaftlicher Erkenntnisse auf das Gesamtsystem der Logistik. Als Leiter des Instituts für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg berücksichtigt er in seiner Forschung sowohl den Menschen, der wesentliches Bindeglied innerhalb der Logistik ist, als auch neuste Technologien, wie: Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Digitale Prozesstechnologien, absehbare Technologiesprünge oder Blockchain. Thematische Forschungsschwerpunkte sind unter anderem ‘Supply Chain Management’, Risikomanagement und Komplexitätsmanagement. Doch auch zu ganzheitlichen Managementkonzepten, der digitalen Transformation von Unternehmen, Geschäftsmodellinnovationen und nachhaltig gestalteten Supply Chains forscht und lehrt Professor Kersten.

Industrie 4.0 beginnt im Kopf

Maßgeschneiderte Produkte als Massenware herzustellen ist dank Industrie 4.0 kein technologischer Widerspruch mehr. Allerdings ist eine rein technische Betrachtung der Industrie 4.0 zu kurz gedacht, denn die digitale Transformation in der Logistikbranche bedarf neuer Managementkonzepte. Professor Kersten forscht deshalb zu den personellen und organisationalen Voraussetzungen von Unternehmen für die Digitalisierung. Ohne entsprechend  befähigte Mitarbeitende und Führungskräfte gelingt die Umsetzung von Industrie 4.0 nicht, da für einen erfolgreichen Wandel die Aktivitäten der Mitarbeitenden, die Technologie sowie betriebliche Abläufe wie Zahnräder ineinandergreifen müssen. Dies verlangt neue Kompetenzen vom Management, wie ‚Data Thinking‘, Prozess- und Innovationsorientierung sowie agile Arbeitsweisen, um die digitale Transformation in der Logistik schnell umsetzen und aktiv mitgestalten zu können. Professor Kersten bietet spezifische Weiterbildungen für KMUs zu diesen Herausforderungen an, in deren Fokus es liegt, ein Gespür für die Chancen und Risiken von digitalen Geschäftsmodellen zu entwickeln, digitale Strategien zu konzipieren sowie die Werte von jüngeren Mitarbeitenden im eigenen Führungsstil zu berücksichtigen.

Risikomanagement ist essenziell

Die durch COVID-19 ausgelöste Krise macht deutlich, dass ein gut funktionierendes Supply Chain Risikomanagement für den Erfolg von Unternehmen essenziell ist. Eine einseitige Optimierung von Kosten und Effizienz der Supply Chain zu Lasten der damit verbundenen Risiken kann den Erfolg eines Unternehmens gefährden. Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen müssen deshalb die für sie relevanten Risiken identifizieren, bewerten und geeignete Maßnahmen zum Risikomanagement definieren. Professor Kersten forscht mit seinem Team seit mehr als 15 Jahren auf diesem Gebiet und hat in dieser Zeit einen Supply Chain Risiko Management Navigator, Einführungsstrategien sowie Ansätze zur Auditierung und Reifegradbestimmung von Supply Chain Risikomanagement entwickelt. Aktuelle Forschungsüberlegungen zielen darauf ab, die Möglichkeiten der Digitalisierung für das Supply Chain Risikomanagement zu nutzen sowie ein kooperatives Risikomanagement von Unternehmen zu gestalten. Aufgrund der langjährigen Erfahrung auf diesem Gebiet kann Professor Kersten mit seinem Team Unternehmen bei der konzeptionellen Gestaltung und organisatorischen Umsetzung oder auch bei der Aktualisierung und Weiterentwicklung eines Supply Chain Risikomanagements beraten und unterstützen. Auch entsprechende Schulungsworkshops zur Qualifikation von Führungskräften und Mitarbeitenden können durchgeführt werden.

Nachhaltige Lieferketten werden zum Status quo

Ebenso müssen Geschäftsprozesse und Supply Chains aufgrund des Kundenwunschs nach nachhaltigeren Produkten verändert werden. Viele Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung und versuchen sowohl ihre eigenen Produkte als auch Lieferketten nachhaltiger zu gestalten. Doch wie und aus welchen konkreten Gründen stellen sich Unternehmen nachhaltiger auf? Ist es ‚Fridays for Future‘ oder doch eher ein Klimaschutzgesetz? Eine aktuelle Studie von Professor Kersten zeigt, dass vor allem die Kund:innen und die Politik Einfluss auf die Nachhaltigkeitsanforderungen haben. Wie aber misst man den Umsetzungsstand der Nachhaltigkeitsanforderungen in der Supply Chain? Professor Kersten hat mit seinem Team geeignete Nachhaltigkeitsindikatoren analysiert und ein „Sustainability Dashboard“ entwickelt, mit dem sich die Nachhaltigkeitsleistung von Supply Chains systematisch untersuchen lässt. Ein aktuell geplantes Forschungsvorhaben zielt darauf ab, wie sich die Emissionen in der Supply Chain im Rahmen der digitalen Transformation besser erfassen lassen. Vor diesem Hintergrund können Professor Kersten und sein Team  Entscheidungsträger:innen bei der Priorisierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und der Formulierung einer darauf aufbauenden Nachhaltigkeitsstrategie für die Supply Chain unterstützen.

Professor Kersten beschäftigen Fragestellungen zur Organisationsstruktur und Prozessmanagement im Zeitalter der Digitalisierung, Anwendungsfälle und Risiken von digitalen Technologien wie z.B. KI – immer im Bezug zur Logistikbranche. Als Wirtschaftsingenieur aber auch durch seine langjährige Erfahrung in der Wirtschaft, unter anderem als Leiter in der Entwicklungsplanung bei der Daimler Benz AG, verfügt Professor Kersten über eine sehr interdisziplinäre Denkweise. Diese spiegelt sich in seinen wirtschaftsnahen Workshops, Schulungen, Inhouse-Trainings und Konferenzen wider. Professor Kersten ist stets offen für Kooperationen, Auftragsforschung und Transferprojekte im breiten Feld der Logistik.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Hamburg

Ziel des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Hamburg ist es, KMU bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Hierzu werden Technologien und Prozesse von Industrie und Logistik 4.0 mittelstandsgerecht aufbereitet und in Form von Informationsveranstaltungen, Demonstratoren, Qualifikations-Workshops sowie Umsetzungs-Workshops und -Projekten interessierten KMU vermittelt. Professor Kersten ist Gründungspartner des vom BMWI geförderten Kompetenzzentrums. Weitere Partner sind die Handelskammer Hamburg (Konsortialführerin), die Handwerkskammer Hamburg sowie die Helmut-Schmidt-Universität und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Das Projekt ist bereits in der zweiten Förderphase. In dieser Phase stellen unter anderem die Aspekte Data Analytics, Künstliche Intelligenz sowie Change Management und Geschäftsmodellinnovationen im Rahmen der digitalen Transformation inhaltliche Schwerpunkte dar.

Forschungsprojekt DIMLA - Digitalization and Internationalization Maturity Level in Aerospace

In dem Projekt DIMLA wird ein anwendbares KPI-System entwickelt, welches den Reifegrad von Unternehmen in der Luftfahrtindustrie bewertet. Drei verschiedene Bereiche sollen über das KPI-System abgedeckt werden. Dazu gehören: 1) Beschreibung und Kategorisierung der betrachteten Unternehmen, 2) Reifegrad der Digitalisierung und 3) Reifegrad der Internationalisierung. Das gemeinschaftliche entwickelte KPI-System wird mit Unternehmen aus Montréal und Hamburg angewendet und getestet. Das KPI-System soll dazu beitragen, Geschäfts- und Fertigungsprozesse zu verbessern und bestehende Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln. Besonders für KMUs ist dies relevant, um sich erfolgreich am Produktionsverfahren in der Lieferkette von Luftfahrt-Unternehmen zu beteiligen.

IHATEC-Forschungsprojekt: "Release Order based on Blockchain"

Professor Kersten arbeitet gemeinsam mit dem IT-Dienstleister DAKOSY und weiteren Praxispartnern an dem IHATEC-Forschungsprojekt ROboB – Release Order based on Blockchain. Ziel ist es die Freistellung von Importen bzw. Containern im Hamburger Hafen mithilfe der Blockchain-Technologie abzubilden. Die hohen Sicherheitsanforderungen und komplexen Zugriffsberechtigungen, die an den Prozess der Freistellung geknüpft sind, eignen sich ideal, um mit der Blockchain abgebildet zu werden: Der Prozess ist nicht zu komplex, dafür aber sensibel und es existiert bisher kein durchgehender IT-gestützter Informationsfluss. Im Rahmen des Projekts werden zwei alternative Blockchain-Modelle betrachtet, die im Rahmen eines Living Labs analysiert und auf ihre Praxistauglichkeit für den Hamburger Hafen geprüft werden. 2020 sind in der Folge zwei weitere Blockchain-Forschungsprojekte am Institut gestartet: Das Projekt „RiskBlock“, das den Einsatz von Blockchain zur Unterstützung des Risikomanagements in internationalen Kühlketten untersucht und in Kooperation mit einer renommierten Forschungseinrichtung in Singapur (TLIAP) läuft sowie das Projekt „Chainlog“, das geeignete Einsatzgebiete für Blockchain in Logistik und Supply Chain Management identifiziert und in Kooperation mit der Kühne Logistics University (KLU) bearbeitet wird.

Projekt zur Wandlungsfähigkeit zur nachhaltigen Logistik als Vorbereitung von produzierenden KMU auf Nachhaltigkeitstrends (WaNa)

Ziel des Projektes ist die Erarbeitung einer Methodik für die logistische Wandlungsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen auf aktuelle Nachhaltigkeitstrends. Die Methodik dient Unternehmen bei der Identifizierung und Bewertung relevanter Nachhaltigkeitstrends, welchen durch eine wandlungsfähige Logistik begegnet werden muss und bietet eine Anleitung für die Implementierung im Unternehmen an. Unterstützt wird dies durch einen Excel-Demonstrator, welcher die direkte Anwendung in Unternehmen und damit eine praxisnahe, nachhaltige Verbesserung der logistischen Wandlungsfähigkeit zur Nachhaltigkeit ermöglicht.

Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management – Chancen der digitalen Transformation

Die Studienreihe „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ gibt Aufschluss über zukünftige Entwicklungen sowie mögliche Handlungsoptionen und fungiert als Wegweiser für Logistik- und Supply Chain Management-Experten. 2016/2017 wurde diese Studie unter der Leitung von Professor Wolfgang Kersten und Professor Mischa Seiter vom International Performance Research Institute (IPRI) im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik erarbeitet. Konsortialpartner waren die Lufthansa Industry Solutions BS GmbH in Hamburg sowie Horváth & Partners in Stuttgart. Die aktuelle Auflage der Studie 2020 ist ebenfalls unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Kersten entstanden und beleuchtet in Zusammenarbeit mit BVL.digital das Schwerpunktthema „Entwicklungen und Perspektiven einer nachhaltigen und digitalen Transformation“.

Zukunftsvision

Professor Kersten sieht die Digitalisierung als das prägende Thema für die nächsten Jahre in der Logistik. Im Mittelpunkt stehen für ihn dabei drei sich gegenseitig bedingende Kernpunkte, die es zu erforschen und zu verändern gilt. Aus technischer Perspektive müssen logistische Anwendungsfälle von Industrie 4.0, Data Analytics, Künstlicher Intelligenz, sowie von weiteren neuen digitalen Technologien wie z.B. Blockchain untersucht werden. Dies ist wiederum eng mit der Organisationsstruktur von Unternehmen verknüpft und drittens mit dem Menschen als gleichzeitig beeinflusster und beeinflussender Faktor. In seiner Forschung fragt Professor Kersten kritisch nach den Risiken, den Beweggründen und den Vorteilen der Digitalisierung.

Schwerpunkte

  • Logistik
  • Unternehmensführung
  • Supply Chain Management 4.0
  • Risiko- und Komplexitätsmanagement
  • Digitalisierung in Unternehmen
  • Geschäftsmodellinnovation (Business Model Canvas, Business Model Navigator, Design Thinking)
  • Nachhaltigkeit

Kooperationen

  • Bundesvereinigung Logistik
  • Logistik-Initiative Hamburg
  • Hamburger Dialogplattform Industrie 4.0
  • Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf & Logistik (BME)
  • Wissenschaftliche Gesellschaft für Arbeits- und Betriebsorganisation (WGAB)
  • Produktion & Operations Management Society (POMS)

Interessiert an

  • Supply Chain Risikomanagement
  • Strategien zur digitalen Transformation
  • Workshops zur Identifikation innovativer Geschäftsmodelle (Design Thinking, Business Model Navigator, Business Model Canvas, Open Innovation, LEGO Serious Play™)
  • Resiliente und nachhaltige Gestaltung von Logistikketten
  • Moderation von Workshops

Professor Kersten arbeitet anwendungsbezogen nicht nur mit der Logistikbranche sondern mit diversen weiteren Branchen zusammen, wie beispielweise dem Maschinenbau, der Automobilindustrie, dem Schiffbau, dem Versandhandel und der Luftfahrt – immer mit dem Fokus auf die Logistik. Ob globaler Großkonzern oder KMU, Professor Kersten verfügt über eine langjährige Erfahrung mit Unternehmen unterschiedlichster Größenordnung. In der Zusammenarbeit von Start-ups und Unternehmen sieht Kersten großes Innovationspotenzial und besitzt deswegen ein starkes Interesse, solche Zusammenarbeiten wissenschaftlich zu begleiten.

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Ein Gespräch über das Silicon Valley Mindset, Innovation durch Kooperation...

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