Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut

Kontakt
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut

HafenCity Universität
Bauingenieurwesen und REAP

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut

HafenCity Universität
Bauingenieurwesen und REAP

About

Als im Sommer 2011 der belebte Mühlenkamp im Hamburger Stadtteil Winterhude überflutet, fällt binnen 70 Minuten so viel Regenwasser wie sonst im ganzen Monat Juni. Zahlreiche weitere Starkregenereignisse und auch Hitzeextreme haben in den Folgejahren erhebliche Schäden in verschiedenen Hamburger Quartieren angerichtet. Um Schäden aus solchen Überflutungs- und Hitzeszenarien künftig vermeiden zu können, muss die Stadt- und Infrastrukturplanung innovative Konzepte entwickeln. Damit dies effizient und nachhaltig gelingt, hat Professor Dickhaut von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) unter anderem an den Beispielquartieren Winterhude-Süd und St. Georg erforscht, wie Hamburg trotz der Herausforderungen des Klimawandels durch umweltgerechte Planung zu einer wassersensiblen Stadt der Zukunft werden kann.

Innerstädtische Überflutungen und Hitzeperioden verursachen Kosten in Millionenhöhe und gefährden die städtischen Bewohner. Zusammen mit seinem Team hat Prof. Dickhaut in den letzten Jahren vielfältige Lösungsansätze entwickelt, die hoch verdichtete innerstädtische Quartiere resilient, d.h. widerstandsfähiger, gestalten. Dabei geht es in erster Linie um ein verändertes Regenwassermanagement sowie um eine stärkere Begrünung von Gebäuden (Gründächer und Fassadenbegrünung) und Straßenräumen. Durch Forschungsaufenthalte in Amsterdam, Kopenhagen und Wien gelingt Prof. Dickhaut auch der Blick über den eigenen Tellerrand, wodurch er neue Eindrücke und originäre Ideen direkt in die Lösungsfindung vor Ort einfließen lassen kann.

Grüne Dächer kühlen die aufgeheizte Stadt und strapazierte Budgets

Gründächer vereinen ökologische und ökonomische Vorteile: Die aufgeheizte Stadt wird gekühlt, Lärm reduziert, Schadstoffe gefiltert und fehlender urbaner Raum umweltschonend erschlossen. Durch Schaffung von Grünflächen können verlorengegangene Habitate und Biotope wieder entstehen und auf diese Weise der Stadt Hamburg eine neue Kontur verleihen. Das Risiko innerstädtischer Überschwemmungen wie im Juni 2011 kann mithilfe begrünter Dächer, die Wassermassen nicht nur zurückhalten, sondern auch verdunsten lassen, abgemildert werden. Das Fachgebiet Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung an der HafenCity Universität Hamburg begleitet die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bei der Entwicklung der Gründachstrategie, die ein wichtiger Baustein des Maßnahmenpaketes Hamburgs zur Anpassung an den Klimawandel ist. Zudem forscht Prof. Dickhaut mit seinem Team am hauseigenen Gründach des HCU-Neubaus insbesondere zu Frage des Retentionspotenzials von Dachbegrünungen. Auf Basis seiner Forschungsergebnisse hat Prof. Dickhaut einen praktischen Leitfaden für Grundeigentümer, Bauherren und Planer zur nachhaltigen und kostensparenden Stadtplanung unter dem Motto „Mein Haus – in Zukunft Klimaangepasst!“ entwickelt.

Blaugrüne Straßen braucht das Land

Straßenräume als Multitalente – das ist die Vision des interdisziplinären Forschungsprojektes BlueGreenStreets unter der Leitung von Prof. Dickhaut. In schnell wachsenden Metropolen wie Hamburg besteht die Gefahr, dass sich mit zunehmend versiegelten Grünflächen die Überflutungsgefahr erhöht. Deshalb muss die Stadtplanung der Zukunft bisher voneinander separierte Bereiche wie Wasser- und Grünflächen sowie den Straßenraum als ein ineinandergreifendes und multifunktionales System planen. Innerhalb des Projektes BlueGreenStreets werden dafür Tools entwickelt, die die Planung zukunftsfähiger – und damit resilienter – urbaner Räume vor dem Hintergrund klimatischer Veränderungen ermöglichen. Wie Überflutungsschutz, Wasserwirtschaft, Sanierungsmanagement sowie Verkehrs- und Freiraumplanung zukunftsweisend gestaltet werden können, wird an Beispielen in Hamburg und Berlin exemplarisch erforscht.

Prof. Dickhaut bietet visionäre Stadt- und Infrastrukturplanung, die die umweltgerechte Nutzung urbanen Raums und die wassersensible Entwicklung der Metropole Hamburg ermöglicht. Die Case Studies, Planungsempfehlungen und konkreten Maßnahmenvorschläge, die Prof. Dickhaut entwickelt, können Hamburg für die Zukunft stärken und bieten zudem modellhafte Lösungsvorschläge und Kooperationsmöglichkeiten für Städte, Kommunen, Ingenieursbüros, Verbandsvertreter sowie Unternehmen.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

E-MetropoLIS

Das Projekt E-MetropoLIS unter der Leitung von Prof. Dickhaut und Prof. Prill betrachtet den aktuellen Stand, Lösungen und Zukunftsperspektiven der Elektromobilität in Großstädten. Auf Basis der Erfahrungswerte, die in der chinesischen Stadt Shenzhen gesammelt werden, sollen Strategien und Tools zum Ausbau der Elektromobilität im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs und der Privatfahrzeuge für Hamburg im ersten sowie für Bund und Länder im zweiten Schritt weiterentwickelt werden. Shenzhen bietet mit über 10 Millionen Einwohnern und als einer der wichtigsten Produktionsstandorte von Elektromobilität höchst geeignete Erfahrungswerte für den Ausbau des Elektromobilitätskonzepts der Stadt Hamburg.

Elektromobilität Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein

Die Nordkirche plant bis 2050 ihre Treibhausgasemission in mehreren Schritten auf null zu senken. Effiziente Nutzung und Speicherung von Energie sowie die Nutzung von erneuerbaren Energien stellen zwei wichtige Maßnahmen dar. Die Durchführung des Projektes obliegt dem von Prof. Dickhaut geführten Fachgebiet Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung und wird vom BMVI gefördert.

SiK Stadtbäume im Klimawandel

Hamburg gilt auch aufgrund seines hohen Baumbestands als grüne und lebenswerte Stadt. Davon sind allein 250.000 Straßenbäume und 600.000 Parkbäume öffentlicher Art. Extreme Wetterbedingungen wie Hitze, Sturm und Trockenperioden sowie durch gestiegene Temperaturen und höheren Niederschlag neu eingeführte Schädlinge und Krankheiten gefährden die grünen Flächen der Stadt Hamburg. Prof. Dickhaut erforscht im Rahmen von SiK (Stadtbäume im Klimawandel), wie Hamburgs Bäume an die Klimaveränderungen angepasst werden können.

Zukunftsvision

Die zahlreichen Forschungsergebnisse der letzten Jahre (inkl. konkreter Maßnahmenvorschläge) sollten noch stärker Eingang in alle städtischen Planungsprozesse finden. Aspekte der Klimaanpassung sollten systematisch, konsequent und dauerhaft in laufende Planungen integriert werden (Mainstreaming). Außerdem muss sich Hamburg weiterhin durch nachhaltige und visionäre Vorbildprojekte anderer europäischer Metropolen inspirieren lassen.

Schwerpunkte

  • Wassersensible Stadtentwicklung (Water Sensitiv Urban Design) z.B. Instrumente und Maßnahmen für ein integriertes Regenwassermanagement
  • Gründächer zur Retention von Niederschlagswasser
  • Elektromobilität in städtischen Quartieren
  • Zertifizierungssysteme für Nachhaltigkeit
  • (Strategische) Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Fließgewässerrenaturierung
  • Kooperative Planungsprozesse und Instrumente

Kooperationen

  •  UVP-Gesellschaft; BWK; fbr; dwa; Öko Institut

Interessiert an

  • Projektpartner: Umsetzung Forschungsergebnisse in Praxis / Kooperationen
  • Kompetenzen: Computersimulation, Interdisziplinäre Zusammenarbeit Naturwissenschaften (Pflanzen, Boden usw.), Finanzen pro/contra Bewertung

Mehr über
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut

Wissen entdecken, Expertise finden &

gemeinsam Ideen verwirklichen