Prof. Dr. Markus Nüttgens

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Prof. Dr. Markus Nüttgens

Universität Hamburg
Fakultät für Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik

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Fakultät für Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik

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Von der Ressourcenplanung über Logistikketten bis hin zum Reisekostenmanagement: Sämtliche Daten diverser Geschäftsprozesse werden durch mehr oder weniger standardisierte Software der Betriebswirtschaft verarbeitet. Durch die digitale Transformation und den damit einhergehenden Wandel hinsichtlich der Industrie 4.0 und globaler Lieferketten verändern sich diese Prozesse jedoch kontinuierlich, weshalb Software in Unternehmen oftmals erneuert werden muss. Als Professor für Wirtschaftsinformatik der Universität Hamburg forscht Markus Nüttgens zur Modellierung solcher Geschäftsprozesse sowie zu deren Abbildung innerhalb digitaler Plattformlösungen. In seiner Funktion als Leiter des Hamburg Research Center for Information Systems (HARCIS) untersucht und konzipiert er nicht nur passende Softwarewerkzeuge für Unternehmen, sondern auch entsprechende digitale Geschäftsmodelle. Aufgrund seiner Expertise der Informatik sowie der Betriebswirtschaft bringt Professor Nüttgens stets interdisziplinäre Erfahrungswerte ein, durch die sich in Projekten über den Tellerrand hinausblicken lässt. Gleichzeitig verfolgt er das Mindset customer first, wodurch Professor Nüttgens innerhalb seiner Arbeit stets die Perspektive der Kund:innen ins Zentrum rückt: Hierfür analysiert er beispielsweise innerhalb von Studien die Benutzerfreundlichkeit von Software mithilfe von Augenbewegungen in Kombination mit Fragebögen. Anhand dieser Ergebnisse optimiert er Software im Sinne der Benutzenden.

Intelligente Serviceplattform für den Technischen Kundendienst

Um neue Wertschöpfungspotenziale im Technischen Kundendienst (TKD) zu erschließen und gleichzeitig die Kundenbindung zu erhöhen, entwickelt Professor Nüttgens eine Serviceplattform, die die Dienstleistungen des TKD zukünftig auf innovative Weise digitalisiert, denn: Die Smart Technical Customer Service (smartTCS) – Plattform konzentriert sich nicht ausschließlich auf den Dienstleister, sondern vorrangig auf den Kunden zur Erbringung diverser TKD-Dienstleistungen. Professor Nüttgens begleitet in diesem Kontext auf wissenschaftlicher Basis die Geschäftsmodellentwicklung und programmiert zugleich einen Prototyp der Plattform, der sich durch eine Modularisierung von verschiedenen Dienstleistungen auszeichnet. Auf diese Weise werden Kund:innen beispielsweise dazu befähigt, Fehler eigenständig zu beheben oder in Anbetracht komplexerer Fragen einen Kundendienstmitarbeitenden per Video hinzuzuschalten. Technisch sind die Schnittstellen der Plattform so konzipiert, dass Kundendienstmitarbeitende mithilfe der von Professor Nüttgens entwickelten Software Augmented Reality-Brillen, Wearables und Smartphones zum Arbeiten verwenden können, wodurch insbesondere Tele-Services eine neue Qualität entfalten. Schließlich ist es Professor Nüttgens Anspruch IT-Anwendungen zu entwickeln, die sich sowohl durch ihre Integration in vorhandene Systeme auszeichnen, als auch mobil sämtliche fallbezogenen Fachinformationen für den TKD bereitstellen, um Wartungsarbeiten oder Reparaturen beim Kunden schnellstmöglich durchführen zu können.

Digital first: Digitale Rechteverwaltung für eine sichere additive Fertigung

Da sich digitalisierte Informationen technisch nicht nur problemlos, sondern auch unberechtigt weiterverbreiten lassen, ist insbesondere im Rahmen der Industrie 4.0 eine klare Nachverfolgung der Verbreitung und Verwendung grundlegend: Um den Diebstahl von Geistigem Eigentum zu verhindern und eine Kommerzialisierung der in diesem Kontext neu entstehenden, flexiblen Produktionsmethoden durch Lizensierung abzusichern, entwickelt sich die digitale Rechteverwaltung zu einer Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0. Gerade bei additiver Fertigung (3D-Druck) gilt es, den gesamten Lebenszyklus des hergestellten Produkts lückenlos abzubilden. Für die dafür notwendige digitale Rechteverwaltung entwickelt Professor Nüttgens im Verbund mit anderen Forschenden und Unternehmen prototypisch eine Secure Additive Manufacturing Platform (SAMPL), die es anhand einer Kombination von Blockchain Technologie und „eingedruckter“ RFID-Chips ermöglicht, den Urheber eines Produkts innerhalb sämtlicher Lebenszyklen sicher zu identifizieren und damit für die Authentizität des Produkts zu garantieren (Chain of Trust). Solange eine urheberrechtliche geschützte Information in digitaler Form vorliegt, wird diese laut Professor Nüttgens anhand der Blockchain abgesichert, während der in das Produkt „eingedruckte“ RFID-Chip zu jeder Zeit eine Rückverfolgung des Urhebers der Hardware ermöglicht. Auf diese Weise ließe sich durch additive Fertigung beispielsweise ein Ersatzteil für ein Flugzeug in Südamerika risikofrei drucken, auch wenn keine konventionelle Produktion beim Flugzeughersteller vor Ort vorhanden ist. In Kooperation mit Airbus leitet Professor Nüttgens somit geeignete Methoden der Risikobewertung direkt aus der Anwendung ab. Durch die zugleich erzeugte lückenlose Verbindung disruptiver Fertigungstechnologien und digitaler Wertschöpfung eröffnen sich zudem, laut Professor Nüttgens, neue digitale Geschäftsmodelle.

Professor Nüttgens schließt die Lücke zwischen Wirtschaft und Informatik

Da Professor Nüttgens bereits bei der Entwicklung von IT-Anwendungen mögliche Geschäftsmodelle mitdenkt, verbindet er das technische Verfahren stets mit einer betriebswirtschaftlichem Perspektive. Ob als Mentor für Startups oder als verlässlicher Partner in Kooperationsprojekten: Für Professor Nüttgens stehen die Bedürfnisse der Kund:innen stets im Fokus. Diese Herangehensweise ermöglicht es Markus Nüttgens, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu generieren und im Anschluss direkt digital umzusetzen. Gleichzeitig strebt Professor Nüttgens eine übergreifende digitale Fakultät für die Metropolregion Hamburg an, um auch zukünftig in Hamburg Top-Talente für eine digitale Welt sowohl auszubilden, als auch zu beschäftigen.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Smart Technical Customer Service Platform 4.0 (smartTCS)

Der Technische Kundendienst (TKD) nimmt eine entscheidende Rolle für Industrieunternehmen ein, sobald es darum geht, die eigene Kundenbindung zu steigern und neue Wertschöpfungspotenziale zu identifizieren. Bei der Smart Technical Customer Service (smartTCS)-Plattform von Professor Nüttgens und weiteren Forschenden sowie Unternehmen wird deshalb die Kundschaft in den Mittelpunkt der TKD-Leistungen gerückt. Die intelligente und mobil nutzbare Serviceplattform ermöglicht eine Steigerung der Produktivität als auch der Qualität des TKD – unter anderem dank Schnittstellen zu Augmented Reality-Brillen, Wearables und Smartphones. Neben der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts entwickelt Professor Nüttgens einen Plattform-Prototypen und konzipiert ein datenbasiertes Geschäftsmodell für smartTCS.

Laufzeit: 01.12.2015 – 30.04.2019

Secure additive Manufacturing Platform (SAMPL)

Um den Diebstahl von urheberrechtlich geschützten Informationen in der Additiven Fertigung (3D-Druck) zu verhindern, braucht es laut Professor Nüttgens eine vollumfängliche digitale Lizenzierung. Hierfür baut Professor Nüttgens in Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Forschenden als auch Unternehmen eine Secure Additive Manufacturing Platform (SAMPL) auf, die das Lizenzmanagement von additiv-gefertigten Produkten gewährleistet. Mittels Blockchain-Technologie lässt sich das gefertigte Produkt von der Entwicklung bis hin zur Entsorgung vor unbefugtem Zugriff und anschließender Verbreitung schützen. Aufgabe von Professor Nüttgens und seinem Team ist es, in Kooperation mit dem Flugzeughersteller Airbus, konkrete Anwendungsfälle aus der additiven Fertigung zu analysieren. Darüber hinaus entwickelt das Team von Professor Nüttgens neue Geschäftsmodelle sowie ein Gesamtkonzept für die Sicherheitsarchitektur und das Risikomanagement der Plattform.

Laufzeit: 01.11.2016 – 31.10.2019

Link zum Projekt Secure additive Manufacturing Platform (SAMPL)

bflow* Toolbox: Ein Opensource Werkzeugkasten für das Geschäftsprozessmanagement

In der bflow* Toolbox von Professor Nüttgens und anderen Forschenden lassen sich auf Open-Source Basis Geschäftsprozesse modellieren. Zweck des Projektes ist es, neue Wege und Szenarien für die Entwicklung und den Einsatz von Modellierungswerkzeugen zu erforschen und zu erproben. Hierzu wird auf der Grundlage des ECLIPSE-Frameworks eine Plattform geschaffen, welche es Entwickler:innen und Anwender:innen gleichberechtigt ermöglichen soll, Ideen zu teilen und umzusetzen. Deshalb können mit der Toolbox unkompliziert entsprechende Methoden und Werkzeuge entwickelt, prototypisch umgesetzt, erprobt sowie evaluiert werden.

Laufzeit: 01.01.2008 – bis heute

Link zum Projekt bflow* Toolbox

Zukunftsvision

Professor Nüttgens Vision ist es, das Konzept der additiven Fertigung auf die Softwareentwicklung zu übertragen und damit die Produktivität und Gebrauchstauglichkeit von Software deutlich zu verbessern.

Schwerpunkte

  • IT Entrepreneurship
  • Digitale Geschäftsmodelle
  • Informations- und Geschäftsprozessmanagement
  • Betriebswirtschaftliche Standardsoftware
  • Open Source / Open Access

Kooperationen

  • HITeC e.V.
  • SAP SE
  • Zapliance GmbH
  • Hönigsberg & Düvel Datentechnik GmbH
  • Windmöller & Hölscher KG
  • Pfannenberg GmbH
  • Klima Becker Full Service GmbH
  • PROSTEP AG
  • NXP Semiconductors Germany GmbH
  • consider it GmbH
  • 3D MicroPrint GmbH
  • Fraunhofer ENAS

Interessiert an

  • Forschungskooperationen
  • Unternehmenskooperationen
  • Startups
  • Technologieunternehmen
  • Behörden
  • Open Source Projekte

Professor Nüttgens ist für Unternehmenskooperationen jeglicher Größenordnung und Branche offen. Unternehmen mit einem digital first mindset stehen für ihn besonders im Vordergrund sowie Kooperationen, die nachhaltig und längerfristig angelegt sind. Professor Nüttgens verfügt über langjährige Erfahrungen im Wissenstransfer der Wirtschaftsinformatik und besitzt eine stark interdisziplinäre Sichtweise, um für Kund:innen einen Mehrwert mittels der Verknüpfung betriebswirtschaftlicher und informatikbezogener Konzepte zu erreichen.

Digital Leadership

Ein Gespräch über das Silicon Valley Mindset, Innovation durch Kooperation...

Wissen entdecken, Expertise finden &

gemeinsam Ideen verwirklichen