Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling

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Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling

HafenCity Universität
Stadtplanung und Regionalentwicklung

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Städte und Regionen zukunftsfähig transformieren, nachhaltig und resilient: Eine Maxime, welche die Stadt- und Regionalplanung vor große Aufgaben stellt. Der Klimawandel und daraus resultierende extreme Wetterverhältnisse sowie der steigende Bedarf nach Wohnraum in bereits stark verdichteten wie versiegelten (Groß-)Städten und Metropolen machen die Planung, Verteilung und Vernetzung von Flächen zu einem vielschichtigen Prozess. Gleichzeitig gilt es, die Innovations- und Energieeffizienzpotenziale von urbanen und ländlichen Regionen stärker und effektiver zu vernetzen. Professor Knieling und sein Team von der Hafencity Universität Hamburg setzt mit seiner Forschung zur nachhaltigen Stadt- und Regionalplanung auf nationaler und internationaler Ebene an diesem Punkt an.  Die Vernetzung von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft stehen dabei im Fokus und werden durch die Erforschung und Entwicklung von Handlungsempfehlungen und entsprechenden Instrumenten einer transformativen Governance untermauert.

Zukünftige Stadtplanung und Regionalentwicklung auf Basis regionaler Spezifika

Auf dem Schachbrett der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung müssen die strategischen Entscheidungen vor dem Hintergrund der jeweiligen regionalen Besonderheiten durchdacht werden. So wird für topographisch ähnlich gelegene Städte wie Hamburg die zukünftige Stadt- und Regionalplanung von einer elementaren Größe bestimmt: dem Wasser. Professor Knieling widmet sich in Rahmen des DFG-Exzellenzclusters CLICCS in dem Forschungsprojekt Sustainable Adaptation Scenarios for Urban Areas – Water from Four Sides den spezifischen Herausforderungen der Stadt- und Regionalplanung am Beispiel Hamburg. Für die potenziellen Auswirkungen der vier Wasservariablen Grundwasseranstieg, Starkregen, Sturmflut und Flusshochwasser wird in einem interdisziplinären Arbeitsprozess ein Modell entwickelt, das helfen soll, die zukünftige Stadtentwicklung zu simulieren und abzuschätzen

Städte und Regionen neu denken: Von Circular Economy zu Circular City

Städte hinterlassen einen übergroßen ökologischen Fußabdruck, der die Belastbarkeit der Ökosysteme bei weitem überschreitet. Der Ressourcenverbrauch des Lebens und Wirtschaftens in den Städten stellt weltweit eine große Herausforderung dar. Prof. Knieling und das Team des Fachgebiets forschen zu innovativen Ansätzen, das Konzept der Kreislaufwirtschaft auf Städte und Regionen zu übertragen. Die EU-geförderten Projekte FORCE und REPAIR untersuchen gemeinsam mit der Wirtschaft, welche Governance nötig ist,, d.h. Regelungsformen, Instrumente und Organisationslösungen, um weniger Ressourcen einzusetzen. Ein Beispiel sind Value-Chain-Partnerschaften, die es ermöglichen, schon beim Produktdesign auf Prinzipien der Nachhaltigkeit zu achten. Das BMBF-Projekt KOPOS untersucht Kooperations- und Pooling-Modelle im Bereich Food und stadt-regionaler Agrarwende. Stadt-regionale Partnerschaften werden dabei als strategisches Element einer nachhaltigen Raumentwicklung konzipiert.

Die Stadt der Zukunft: Nachhaltigkeit der Mobilitätssysteme durch Beteiligung der Bürger:innen

Einen entscheidenden Faktor bei der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung stellt das urbane Mobilitätssystem dar. Im Rahmen des EU-geförderten Verbundprojektes Cities-4-People untersucht das Fachgebiet von Professor Knieling in internationaler Zusammenarbeit nachhaltige und innovative Mobilitätsmodelle. Dabei sind die Bedürfnisse der Bevölkerung von besonderer Bedeutung, da die Teilhabe am Entscheidungsprozess zur Verbesserung der Mobilität für Professor Knieling für einen ganzheitlichen Prozess maßgeblich ist. Das Citizen Mobility Kit bietet den Bewohner:innen Altonas als Plattform die Möglichkeit, on- wie auch offline an Verbesserungen wie beispielsweise der zu planenden Radwege zu partizipieren.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine effiziente Stadt- und Regionalentwicklung

Stadtentwicklung und Regionalplanung bilden ein eng zusammenhängendes Geflecht. Die Vernetzung der Akteure unter Einbeziehung der Interessen von Bürger:innen, Wirtschaft und Politik zeichnet die Forschungsarbeit des Fachgebiets von Professor Knieling aus. Aufgrund seiner Forschungserfahrung und Expertise zur nachhaltigen Stadt- und Regionalplanung auf nationaler und internationaler Ebene ist Professor Knieling daher ein idealer Ansprechpartner für Behörden, Wirtschaft und Politik in Bezug auf innovative, nachhaltige und zukunftsgerichtete Stadtplanung und Regionalentwicklung.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

CliCCS- Climate, Climate Change and Society

Welche Klimazukünfte sind möglich und welche sind plausibel?

Laufzeit: 2019 – 2026
Förderprogramm: Exzellenzstrategie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Prof. Dr. Knieling gehört dem DFG geförderten Forschungsprojektes ClICCS an, das als Kooperation von 11 Hochschulen und mit einer Laufzeit von sieben Jahren plausible Szenarien des Klimawandels sowie dessen Wechselwirkung mit gesellschaftlichem Wandel untersucht. In dem interdisziplinär ausgerichteten Projekt werden verschiedene Variablen wie Extremereignisse und unerwartete Nebeneffekte erforscht. Das Team des Teilprojekts Sustainable Adaptation Scenarios for Urban Areas – Water from Four Sides, das unter anderem von Prof. Dr. Knieling geleitet wird, analysiert mögliche Szenarien zur Anpassung des Klimawandels unter der Berücksichtigung der Reduzierung von Folgen extremer Wetterbedingungen. Der Fokus liegt dabei auf vier wasserbezogenen Variablen: steigendes Grundwasser, Sturmfluten, Flusshochwasser und Starkregen. In Zusammenarbeit von Natur-, Ingenieurs- und Sozialwissenschaften sowie Praxispartner aus der Metropolregion Hamburg wird ein Modell des urbanen Raums entwickelt, das die besonderen topographischen Bedingungen wasserbezogener Variablen untersucht und zu einer die Stadtentwicklung beitragen soll.

SMARTilience

SMARTilience – Steuerungsmodell für eine klimaresiliente Smart City mit Reallaboren in Halle (Saale) und Mannheim

Laufzeit: 02/2019 – 01/2022
Förderprogramm: Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Der Klimawandel fordert Städte und Kommunen in vielfältigen Bereichen wie Siedlungs- und Freiraumplanung, Mobilität, Land-, Wald- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Biodiversität, Energieversorgung sowie Gesundheitsschutz und Einbindung der Öffentlichkeit heraus. Komplexe politische Gefüge und Entscheidungswege sowie die angespannte finanzielle Situation deutscher Kommunen stellen eine zusätzliche Hürde dar. Das Forschungsprojekt SMARTilience unterstützt Entscheidungsträger:innen hinsichtlich eines effizienten und zukunftsgerichteten Handelns angesichts der bestehenden Herausforderungen. Hierfür entwickelt das Forschungsteam am Beispiel der Städte Halle (Saale) und Mannheim ein integriertes, sozio-technisches Steuerungsmodell für eine klimaresiliente Stadtentwicklung. Die Erkenntnisse der Reallabore Halle und Mannheim sollen als Best Practice für andere Städte verfügbar sein.

StadtLandNavi

StadtLandNavi: Kulturlandschaft mit strategischer Navigation ressourcenschonend managen

Das Verbundprojekt StadtLandNavi, dessen Leitungsteam Prof. Dr. Knieling angehört, entwickelt am Beispiel der Stadtregion Leipzig ein strategisches Managementtool, um die -Entwicklung der Siedlungsstruktur und Kulturlandschaft ressortübergreifend und damit nachhaltiger zu gestalten. Leipzig dient somit als Modellregion, die durch die Entwicklung des Tools und dessen Auswertung als Best Practice auf nationaler und internationaler Ebene am Ende des Projektes vorgestellt wird. Innerhalb der letzten 30 Jahre unterlagen die Bedingungen für Landnutzung in der Metropolregion einem grundlegenden Wandel. Es entstand die Notwendigkeit nach einem Planungstool, das zukunftsgerichtet die Stadt- und Regionalentwicklung unterstützt.

AREA 21 – Baltic Smart City Areas for the 21st century

Städte spielen für die Erreichung der europäischen Klimaziele eine wichtige Rolle: Bisher unzureichend ausgeschöpfte Energieeffizienzpotenziale können durch integrierte Strategien, die auf der Zusammenarbeit von Behörden, Energieversorgern und Büger:innen basieren, zu wichtigen Komponenten bei der Verringerung der CO2-Emissionen werden.  Das Verbundprojekt Area 21, das Professor Knieling leitet, setzt an diesem Punkt an. Die Entwicklung von innovativen Methoden und Instrumenten zur Steigerung der Energieeffizienz bildet den Schwerpunkt des Forschungsprojektes, das Städte und Regionen im Ostseeraum beim Erreichen ihrer Klimaziele unterstützt. Stadtteile werden dabei als integrierte Energiesysteme betrachtet, in denen das Zusammenwirken von technischer Infrastruktur, Energieverbrauchern, Energieerzeuger und Partnern in der Energieplanung übergreifend analysiert wird. Die HCU beteiligt sich an dem Projekt durch die Entwicklung und Realisierung einer kooperativen Energieeffizienzplanung auf Stadtteilebene. Ergebnis ist die Entwicklung des innovativen Instruments „Energy Improvement District“.

RUMORE

Rural-Urban Partnerships Motivating Regional Economies (RUMORE)

Professor Knieling leitet das Forschungsprojekt RUMORE an, dessen Fokus die verbesserte Information und Zusammenarbeit zwischen Akteuren von Stadt und Land im Bereich Innovationspolitik und Kapazitätsaufbau ist. Regionen aus fünf europäischen Ländern arbeiten innerhalb des Projektes zusammen: Burgas, Zentralmazedonien, die Lombardei, Lüneburg, Twente und die Westniederlande mit Amsterdam. Ziel ist es, den interregionalen Austausch von Erfahrungen regionaler Innovationspolitik zu fördern und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der europäischen Regionalförderung zu erarbeiten.

Zukunftsvision

Die nachhaltige Stadt – die nachhaltige Region! – Professor Knieling und das Team des Fachgebiets haben die Vision, dass Städte und Regionen in Zukunft nachhaltig, d.h. v.a. im Einklang mit den natürlichen Ressourcen, organisiert sind. Diese Vision verfolgen sie in verschiedenen Handlungsfeldern, z.B. Siedlung und Freiraum, Klimaschutz und Klimaanpassung, Digitalisierung (Smart City), Energie, Wasser, Abfall etc. Auf dem Weg dorthin konzipieren sie Governance-Innovationen, insbesondere in den Bereichen Kooperation und Kommunikation, die zur Konfliktlösung zwischen den verschiedenen Interessen und Bedürfnissen  beitragen.

Schwerpunkte

  • Nachhaltige Stadtplanung und Regionalentwicklung im Verständnis der „Großen Transformation“
  • Entwicklung und Erprobung von Instrumenten für Politik und Öffentlichen Sektor
  • Transformative Forschung in Reallaboren und Living Labs in Zusammenarbeit mit Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft

Kooperationen

  • Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL), Hannover (Ordentliches Mitglied seit 2003, Korrespondierendes Mitglied seit 1998)
  • Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V., SRL Berlin
  • Wissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsens e.V. (WIG)
  • Sektion für Stadt- und Regionalsoziologie der Dt. Gesellschaft für Soziologie, Berlin
  • Förderkreis für Raum- und Umweltforschung (FRU), Hannover (Vorsitzender seit 2006, 2. Vorsitzenden seit 12.93)
  • Informationskreis für Raumplanung, Dortmund

 

Mitgliedschaft in Fachgremien (Auswahl)

  • Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft
  • Beirat für Raumentwicklung des zuständigen Bundesministeriums (z.Zt. BMI)
  • Beirat der transnationalen Kooperation STRING im Westlichen Ostseeraum (Hamburg-Kopenhagen-Region Skane-Göteburg-Oslo)
  • DIN/ISO-Ausschusses Klimaanpassung

Interessiert an

Strategische Entwicklungsprozesse von Städten und Regionen, Analyse, Evaluation und Weiterentwicklung von Planungsprozessen, Stadt- und Regionalentwicklung, Moderation von Strategieprozessen und Fachworkshops, internationaler Kooperation.

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