Prof. Dr. Joachim Westenhöfer

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Prof. Dr. Joachim Westenhöfer

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Fakultät Life Sciences; Department Gesundheitswissenschaften; Professor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie

Prof. Dr. Joachim Westenhöfer

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Fakultät Life Sciences; Department Gesundheitswissenschaften; Professor für Ernährungs- und Gesundheitspsychologie

About

Bewegungsmangel ist allgegenwärtig und stellt einen wesentlichen Risikofaktor für die Gesundheit dar, denn er fördert Übergewicht und Herzkreislauferkrankungen: Professor Westenhöfer vom Department Gesundheitswissenschaften an der HAW Hamburg legt deshalb den Fokus auf die Umgebung des Menschen und untersucht die Stadt als mögliche Unterstützung auf dem Weg zu einem gesünderen Lebensstil. Dazu forscht er im Projekt „Gesunde Quartiere“ gemeinsam mit der Hafen-City-Universität Hamburg, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Universität Magdeburg im Speziellen an der ‚Walkability‘ eines Viertels. Dieses Maß bestimmt, wie sehr ein Stadtteil zum zu Fuß- und Spazierengehen anregt. Um die Walkability in Quartieren der Stadt zu erhöhen, untersucht Professor Westenhöfer innerhalb eines Verbundprojekts die Potenziale ausgewählter Stadtquartiere.

Können Städte uns ermuntern, gesünder zu leben?

Kann urbaner Raum den Menschen anregen gesünder zu leben? Um diese Frage zu beantworten, prüft Professor Westenhöfer unter anderem in Zusammenarbeit mit Professorin Dr. Busch die Wirkung einer Vielzahl von Faktoren in sechs zufällig ausgewählten Hamburger Quartieren. Professor Westenhöfer ist Experte für die Planung und professionelle Durchführung tiefgehender Umfragen, um eine solide Datenbasis für die wissenschaftliche Auswertung zu generieren. Dementsprechend wurden in jedem der sechs Bezirke über 150 Personen befragt, um genauer zu beleuchten, welche Rolle die Umgebung, aber auch die sozioökonomischen Faktoren für das Gesundheitsverhalten der Menschen spielen. Die Entfernung zu wichtigen Einrichtungen des täglichen Bedarfs und des sozialen Lebens, aber auch die Beleuchtung und die Beschaffenheit von Gehwegen sowie Aspekte wie Luft- und Lärmbelastung. Das Besondere an dem Projekt: Die Forschenden denken die Öffentlichkeit mit. Es werden gezielt Veranstaltungen – sogenannte Gesundheitsforen – durchgeführt, um die Themen und Ergebnisse der Studie mit Behörden, aber insbesondere mit der Bevölkerung transparent zu teilen. Mit den Bewohner:innen einiger Quartiere wurden zudem bereits sogenannte Freizeitkarten erstellt, die offenlegen, wo die Walkability als besonders hoch eingestuft werden kann.

Sich nachhaltig gesund ernähren und bewegen - Begleitprogramme und Schulungen für die Gesundheitsförderung

Professor Westenhöfer untersucht nicht nur die Wirkung von Städten auf gesundes Verhalten, er entwickelt und evaluiert auch Begleitprogramme und Schulungen zur aktiven Gesundheitsprävention – in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Kliniken. Eines davon ist beispielsweise ein ambulantes Nachsorgeprogramm mit Adipositas-Schulung für Kinder. Er half damit jungen Patient:innen nach einer stationären Adipositas-Therapie, den Behandlungserfolg auch zuhause dauerhaft zu sichern – eine fünf Jahresevaluation bestätigte seinen Erfolg. Ein anderes Vorhaben Westenhöfers widmete sich speziell älteren Menschen mit Migrationshintergrund und damit solchen Menschen, die es aufgrund der Sprachbarriere schwer haben, deutschsprachige Angebote zur Gesundheitsförderung wahrzunehmen. Im SAGLIK-Projekt entwickelte er Gruppenangebote, die Ernährung, Bewegung und soziale Teilhabe kombinierten, wodurch ein besonders positiver Effekt für ältere türkischstämmige Frauen erzielt werden konnte.

Pionier digitaler Angebote zur Gesundheitsförderung

Ein Schwerpunkt von Professor Westenhöfer ist die Untersuchung nachhaltiger Gewichtsabnahme und damit auch die Frage danach, wie Menschen ihr Wunschgewicht dauerhaft halten können. Basierend auf seinen Erkenntnissen zur Adipositas-Ursache und Prävention entwickelte er bereits 2001 ein Online-Trainingsprogramm, das gesunden Lebensstil und erfolgreiches Gewichtsmanagement fördert.  Digitale Angebote zur Gesundheitsförderung, Programme zur Prävention von Gesundheitsrisiken aller Altersklassen sowie die Evaluation zur Gesundheitsförderung in Städten machen Professor Westenhöfer zu einem idealen Ansprechpartner für Krankenkassen, medizinische Infrastruktur, Schulen und Behörden.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Lebensmittel mit hoher Energiedichte verführen Menschen mit niedrigerem ökonomischen Status

In einem seiner Projekte analysierte Professor Westenhöfer den relativen Preis von 600 internationalen Lebensmitteln in Bezug auf ihren Energiegehalt. Dabei fand er heraus, dass Lebensmittel mit hoher Energiedichte pro Kalorie günstiger sind. Hier deckt die Forschung von Professor Westenhöfer die ökonomische Vulnerabilität von Verbraucher:innen auf: Menschen mit niedrigerem Einkommen können durch den günstigen Preis von energiereichen Lebensmitteln leichter zur Überernährung verführt werden. Eine Fett- und Zuckersteuer könnte daher durchaus ein Instrument sein, um zu verhindern, dass die Vulnerabilität dieser Verbrauchergruppe ausgenutzt wird.

Ernährung und Politik

Professor Westenhöfer untersucht zudem den Einfluss, den die Politik auf das Ernährungs- und Gesundheitsverhalten nimmt. Dazu analysierte er zum einen, welche Rolle die Überernährung in den Wahlprogrammen der Parteien spielte (leider eine geringe) und welche Stakeholder in den letzten Jahrzehnten Einfluss auf die Politik in Bezug auf Gesundheits- und Ernährungsverhalten genommen haben. Diese Untersuchungen legen offen, welche Interessen sich in dem Spannungsfeld aus Industrie, Politik und Verbrauchern darstellen, um so Lösungen für eine gesundheitsfördernde Politik zu ermöglichen.

Zukunftsvision

In naher Zukunft untersucht Professor Westenhöfer wie Stadtplanung und Stadtentwicklung den Aspekt der Gesundheitsförderung systematisch besser berücksichtigen kann als bisher. Dabei gilt es besonders bestehende Hindernisse für die Integration von Stadtentwicklung und Gesundheitsförderung zu identifizieren und abzubauen, sowie die Erfahrungen und Interessen der Bevölkerung systematisch zu berücksichtigen.

Schwerpunkte

  • Ernährungsverhalten, Ernährungspsychologie
  • Gesundheitsverhalten, Gesundheitspsychologie
  • Ursachen, Prävention und Therapie von Adipositas und Essstörungen
  • Evaluation, statistische Analyse
  • Ernährungsberatung
  • Ernährungssoziologie

Kooperationen

Interessiert an

  • Krankenkassen
  • Supermärkte- und Einzelhandel
  • Bildungseinrichtungen und Schulen
  • Stiftungen mit langfristigem Fokus

Gemeinsam mit Krankenkassen können durch Professor Westenhöfers Expertise in Zukunft besonders effiziente Gesundheitspräventionsmaßnahmen aus kombinierten Sport- und Ernährungs-Angeboten entwickelt und etabliert werden. Für die Untersuchung von Ernährungsverhalten sind Supermärkte besonders interessant, die sich als Testfeld für Studien anbieten. Um hingegen explizit das Gesundheits- und Ernährungsverhalten junger Menschen besser verstehen zu können, wünscht sich Professor Westenhöfer die Zusammenarbeit mit Schulen. Um wichtige Untersuchungen zum Ernährungs- und Gesundheitsverhalten in der notwendigen Kontinuität durchzuführen, möchte Professor Westenhöfer mit Stiftungen zusammenkommen – gerne in speziellen Fachthemen über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren.

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