Prof. Dr. Gesa Ziemer

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Prof. Dr. Gesa Ziemer

HafenCity Universität
Kulturtheorie, Digitale Stadt

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Kulturtheorie, Digitale Stadt

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Wie lassen sich Datenvolumen urbaner Räume organisieren und aufbereiten?

Der urbane Raum steht unter großem Veränderungsdruck, ein aktuelles Beispiel ist die Diskussion um leerstehende Flächen der Innenstädte in Folge der weltweiten Covid-19 Pandemie. Ein Lösungsansatz ist die Analyse und Auswertung der gigantischen Datenmengen, die urbane Räume tagtäglich produzieren. Gesa Ziemer, Professorin für Kulturtheorie, an der HafenCity Universität Hamburg, erforscht als Leiterin des City Science Lab am Beispiel der Hansestadt die digitalen Tools der Sammlung, des Kuratierens und der visuellen Aufbereitung des produzierten Datenvolumens, um die Stadt der Zukunft lebenswerter, gesünder und leistungsfähiger zu machen. Konkrete stadtplanerische Fragestellungen, wie zum Beispiel die Verbesserung der sozialen Infrastruktur, können durch die Analyse nutzergenerierter Daten und ihrer visuellen Aufbereitung so auf Basis verschiedener Tools durch Einbeziehung interdisziplinärer Expertise beantwortet werden.

Vom City Science Lab in die Metropolen der Welt

Die digitalen Stadtmodelle und Plattformen bilden in Form von Visualisierung und Simulation die zentralen Tools des City Science Labs, um den Verantwortlichen und Akteur:innen der Stadtplanung eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage bieten zu können. Dabei ist es essentiell für Professorin Ziemer, Formen und Möglichkeiten von Bürger:innenbeteiligung im urbanen Raum aufzuzeigen und zu fördern. Dieser, auf Hamburg basierende, Ansatz bildet die Brücke zu dem im März 2021 veröffentlichten Project UNITAC der Vereinten Nationen: als akademische Leiterin hilft Professorin Ziemer dabei, datenbezogene Frage- und Problemstellungen mithilfe der im Hamburger City Science Lab entwickelten Tools zu lösen.

Internationale Kooperationen zu den Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung der Städte

Basierend auf den drei Schwerpunkten Beteiligungsinstrumente für Bürger:innen, Mapping und People centered smart cities widmet sich das Projekt den zwei großen Zukunftsthemen Klimaschutz und Digitalisierung der Städte. Dabei spielt die internationale Vernetzung laut Professorin Ziemer eine große Rolle, da viele Metropolen vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Themengebiete sind hierbei etwa die Datensammlung und Koordinierung wie auch die transparente Aufbereitung im Sinne der Ermöglichung von Bürgerbeteiligungen. All diese Themen können mithilfe der im Hamburger City Science Lab entwickelten Tools passgenau für die ortspezifischen Anforderungen bearbeitet werden.

Hintergrundwissen: City Science Lab

Das City Science Lab wurde 2015 als Kooperation zwischen der HafenCity Universität und dem MIT Media Lab (Cambridge) ins Leben gerufen. Digitale, datenbasierte Stadtmodelle und Plattformen sind innerhalb des Labs zentrale Tools, die in Form von Simulation und Visualisierung alle Akteure der Stadtplanung bei der Entscheidungsfindung unterstützen sollen. Die Expertise der Forschungskooperation zeichnet sich hierbei insbesondere durch die Interdisziplinarität des Labs aus. Professorin Ziemer unterstreicht zudem die künstlerische Perspektive als wichtige Stimme innerhalb der Stadtplanung. Um Settings zu schaffen, innerhalb derer unterschiedliche Interessensvertreter:innen der Stadtplanung miteinander ins Gespräch kommen, ist im Lab beispielsweise auch die Disziplin der Dramaturgie vertreten. Ein weiterer Fokus der Forschungsarbeit Professorin Ziemers ist die Frage nach der Förderung und Ermöglichung von Bürger:innenbeteiligung in Fragen der Stadtentwicklung. Ein prominentes Beispiel hierfür ist das mit dem Good Practice Award ausgezeichnete Unterprojekt FindingPlaces aus dem Jahr 2016, bei dem Bürger:innen bei der Suche nach geeigneten Flächen für den Bau von Flüchtlingsunterkünften involviert waren

 

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Connected Urban Twin mit den Städten München und Leipzig. (BMI) (2021-26)

2021 ist die Kollaboration des City Science Labs mit den Städten Leipzig und München unter dem Titel Connected Urban Twins – Urbane Datenplattformen und Digitale Zwillinge ins Leben gerufen worden, Professorin Ziemer hat dabei die Leitung des Forschungsteils inne. Daten und Algorithmen sind innerhalb der Kooperation die Grundlage der 3D Visualisierungen in Form von Digitalen Zwillingen, die die Zusammenarbeit der Städte hinsichtlich innovativer Lösungen der Stadtentwicklungen und Bürgerbeteiligung ermöglichen sollen. Das Projekt wird mit insgesamt 32  Millionen Euro, verteilt auf die drei Städte, München, Leipzig und Hamburg, über die Laufzeit von 5 Jahren vom Bundesinnenministerium des Inneren, für Bau und Heimat gefördert.

Urban Data Hub, in Kooperation mit dem LGV (seit 2017)

Das Kooperationsprojekt zwischen dem City Science Lab unter der Leitung von Professorin Ziemer mit dem Landesbetrieb für Geoinformation und Vermessung (LGV) bildet eine Technologie- und Innovationsberatung in Form der Datenintegration und Auswertung von Daten, um diese als Tools der Information, Planung und Steuerung der städtischen Verwaltung, Wirtschaft und den Bürger:innen Hamburgs zur Verfügung zu stellen. Beispiele hierfür reichen von nutzergenerierten Daten zur Radwegnutzung bis hin zum Mapping und einer Übersicht von Sportstätten in Hamburg.

DIPAS: Digitales Partizipationssystem (seit 2017)

Das City Science Lab unter der Leitung von Professorin Ziemer verantwortet die Forschung im Kooperationsprojektes DIPAS, die Partner sind die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (Projektleitung) und der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV). Entwickelt wurde ein Online und Offsite-Beteiligungstool, das mit dem vom City Science Lab entwickelten Stadtmodell CityScope zusammengeführt und zu einem digitalen Partizipationssystem (DIPAS) zur informellen Bürger:innenbeteiligung weiterentwickelt werden soll.

Kuratieren (in) der Stadt. Neue Herausforderungen urbaner Kunstproduktion (2019-2022)

Das von der DFG geförderte Forschungsprojekt „Kuratieren (in) der Stadt“ unter der Leitung von Professorin Ziemer analysiert die Praktiken zeitgenössischen Kuratierens im Feld der „Public Art“ und leistet gleichzeitig die Gegenüberstellung des Bedeutungszuwachses des kuratorischen Handelns (zum Beispiel auch im Bereich des Kuratierens von Daten) im Kontext einer Kulturalisierung des Städtischen. Die in der Praxis des Kuratierens von „Public Art“ mitgedachten und evozierten Öffentlichkeiten werden dabei in Bezug auf ihren Einfluss auf künstlerische und kuratorische Praktiken kritisch überprüft. Publiziert wird aktuell ein neues Buch (mit Vanessa Weber) mit dem Titel: Daten kuratieren. Neue Formen der Zusammenarbeit in der digitalen Stadt (jovis 2022).

Gastwissenschaftsprogramm (Seit 2016)

Das von der Zeit Stiftung geförderte Programm ermöglicht internationalen Gastwissenschaftler:innen Forschungsaufenthalte und Fellowships in dem von Professorin Ziemer geleiteten City Science Lab in Zeiträumen von einer Woche bis zu drei Monaten

Zukunftsvision

Für das von vielen Seiten geforderte Ziel, Forschung an Transformationsprozessen verstärkt zu beteiligen, tritt Professorin Ziemer für die Auflösung der strikten Grenzen zwischen Grundlagenforschung und Angewandter Forschung ein. Dies schließt für sie den Wunsch mit ein, dass Forschende aktiver an konkreten Veränderungen mitwirken und den Fokus weg von einer rein kritischen Reflexion hin zu der Erarbeitung von konkreten Alternativen verschieben. Darüber hinaus strebt Professorin Ziemer den Einbezug heterogener Akteur:innen in die Forschung ein. Forschung im Bereich Stadtentwicklung sollte auch mit Vertreter:innen aus Kunst und Zivilgesellschaft – beispielsweise in Reallaboren – durchgeführt werden.

Schwerpunkte

  • Kulturtheorie der Stadt
  • Digital City Science
  • Datenaufbereitung und Visualisierung
  • Formen der Bürger:innebeteiligung und Partizipation
  • Kunst im Öffentlichen Raum

Kooperationen

  • MIT Media Lab/Cambridge (Research Group City Science)
  • UN Habitat Nairobi, OICT New York für UN Innovations- und Technologie Lab (UNITAC)
  • Harvard Kennedy School (Science and Technology)
  • Diverse Hamburger Landesbetriebe und Behören (u.a. LGV, BUKEA, BSW, HPA etc)
  • Mint Pink (Mädchen Förderung für Informatik)
  • Start Ups und Unternehmen im Bereich digitale Stadt (u.a. Google oder Ubilabs

Interessiert an

  • Open Source in Bezug auf Daten
  • Entwicklung innovativer Datenplattformen für Städte (VR/AR, Gaming)
  • Schnittstelle Sozial-/Kulturwissenschaften und Technologie
  • Sinnvoller Einsatz von urbanen Technologie, vor allem auch in internationaler Zusammenarbeit
  • Kooperationen mit Wirtschaftsunternehmen
  • Partner aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik

Professorin Ziemer ist am Transfer der Tools vom City Science Lab in andere Städte und an langfristigen Kooperationen, die über das Prototyping hinausgehen, sehr interessiert. Sie ist auch interessiert an Forschungskooperationen mit Wirtschaftsunternehmen in Bezug auf Datenflüsse. Das Forschungsgebiet der Open Source Policies ist dabei eines, das sie verstärkt in der Zukunft ausbauen möchte.

Digital Leadership

Ein Gespräch über das Silicon Valley Mindset, Innovation durch Kooperation...

Wissen entdecken, Expertise finden &

gemeinsam Ideen verwirklichen