Prof. Dr. Georg Hajdu

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Prof. Dr. Georg Hajdu

Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Komposition/Theorie mit dem Schwerpunkt multimediale Komposition

Prof. Dr. Georg Hajdu

Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Komposition/Theorie mit dem Schwerpunkt multimediale Komposition

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Musik kann Brücken schlagen. Im Falle von Georg Hajdu, Professor für multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, sogar virtuelle. Die von ihm erfundene und entwickelte Plattform Quintet.net ermöglicht es Musiker:innen ortsunabhängig miteinander zu musizieren. Als Mitbegründer des European Bridges Ensemble realisiert Professor Hajdu die künstlerische Zusammenarbeit von Musiker:innen über politische, kulturelle, örtliche und soziale Grenzen hinweg. Und sogar der Brückenschlag in alternative Welten wird an der HfMT erforscht: Auf Basis der Bohlen-Pierce-Skala, einer Tonskala mit einer Schrittgröße, die zwischen einem Halb- und Ganzton liegt, wird unter der Leitung von Professor Hajdu ein neues Instrument der Klarinetten-Familie gebaut, das den Zugang zu ungewohnten Klangwelten ermöglicht.

Computermusik am Schnittpunkt Mensch-Maschine

Die technologische Erweiterung künstlerischer Praxis versteht Professor Hajdu als Brückenschlag zwischen zwei Pfeilern: Mensch und Technik stehen für ihn in einer Wechselwirkung zueinander, bei der sich – im Sinne eines Humanistischen Weltbildes – der Mensch immer die Freiheit bewahren sollte, den Einsatz und die Wirkung der Technik zu definieren. Seit Beginn seiner Laufbahn als Komponist und Wissenschaftler spielt das Zusammenwirken von Musik und Technik eine bedeutende Rolle im Œuvre von Professor Hajdu. Das von ihm Ende der 90er Jahre mitbegründete Ensemble WireWorks für interaktive Computermusik mit akustischen Instrumenten bildet den Anfang einer stetigen Auseinandersetzung mit den Verbindungsmöglichkeiten von Technik und künstlerischer Praxis, die sich in der Erfindung und Entwicklung von Software wie MaxScore, Quintet.net und DJster weiterentwickelt haben. So ist Quintet.net eine Multimedia-Performance-Umgebung, die es über das Internet oder ein lokales Netzwerk fünf Musiker:innen ermöglicht, unter der Leitung eines Dirigenten zu musizieren. Dabei stehen sowohl herunterladbare Sounds und Plug-Ins für Klangverarbeitung und Wiedergabe, als auch zusätzliche Videos und grafische Möglichkeiten zur Verfügung, die die Interaktion und Kontrolle auf einer symbolischen Ebene ausweiten: Die Performer:innen und das Publikum können die Musik, die produziert wird, multimedial nachverfolgen.

Interdisziplinäre Brücken und Innovationszentren an der HfMT

Der von Professor Hajdu 2004 ins Leben gerufene Studiengang Multimediale Komposition an der HfMT bietet sowohl Studierenden der Komposition mit Interesse für Medien als auch Studierenden der Medienkünste und Informatik mit Interesse für Musik eine Weiterbildung in der jeweils anderen Disziplin. Eingebettet in das Zentrum für Mikrotonale Musik und Multimedia (ZM4) gehört der Studiengang zu einem der Innovationsinkubatoren der HfMT, welche 2017 auf Basis des Antrages von Professor Hajdu vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als erste künstlerische Innovative Hochschule ausgezeichnet wurde. Am ZM4 werden vier Teilprojekte realisiert, unter anderem der Bau eines neuen Instruments der Klarinettenfamilie auf Basis der sogenannten Bohlen-Pierce Skala. Die Skala ermöglicht den Zugang zu neuen Klangwelten, da sie die Duodezime in dreizehn Tonstufen unterteilt.

Die Forschungsexpertise und künstlerische Praxis der Multimedialen Komposition bieten Anknüpfungspunkte und Kooperationspotenziale interdisziplinärer Art. Sowohl die von Professor Hajdu entwickelte Software, die ihre Anwendung beispielsweise auch in der Medizin finden kann, als auch der von ihm entwickelte Studiengang vereinen die fachliche Forschung mit dem Anspruch, den gesellschaftlichen Mehrwert durch den Beitrag aus der Multimedialen Komposition zu unterstützen.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Anwendung selbst entwickelter vernetzter Soft- und Hardware (MaxScore und Netzwerktechnologie) im Rahmen von Vorbereitungsprojekten und Konzerten an öffentlichen Orten in Hamburg

Die unter der Leitung von Professor Hajdu entwickelten Softwarelösungen MaxScore und drawsocket lieferten die Vernetzungsbasis für 144 Musiker:innen und Musikstudent:innen, die entlang der Röhren des Alten Elbtunnels postiert wurden und per Notation auf mobilen Endgeräten komponierte oder in Echtzeit generierte Musik ausführten. Das Konzert war Ausgangspunkt für die Vermittlung vom innovativen Potenzial der Verbindung von Musik und vernetzten Systemen auf Basis von MaxScore, einer Software für die Notation von Musik in Echtzeit. Durch die Mitwirkung von freiberuflichen Musiker:innen und der Aufführung im öffentlichen Raum, wird der Transfer von Multimedialer Komposition in die Gesellschaft gestärkt.

Entwicklung von Software- und Hardwarebündeln für das Healing Soundscape

Startpunkt des Forschungsprojektes unter der Leitung von Professor Hajdu war eine im Zeitraum von 2015-17 durch die Claussen-Simon-Stiftung geförderte Kollaboration zwischen den Multimedia- und Musiktherapie-Abteilungen sowie der Systematischen Musikwissenschaften der Universität Hamburg. Ziel ist die akustische Umgebung in Wartezimmern von Krankenhäusern zu verbessern:  Den Kern hierfür bildet die von Professor Hajdu entwickelte Software DJster, die die Generierung von Klängen in Echtzeit ermöglicht. Durch das Forschungsprojekt wird angestrebt, ein Produkt zu entwickeln, das auch in anderen Bereichen des Gesundheitssektors genutzt werden kann.

Bau eines neuen Instruments für die Bohlen-Pierce-Klarinetten-Familie

Unter der Leitung von Professor Hajdu wird an der HfMT die Entwicklung von kommerziellen akustischen Instrumenten der Bohlen-Pierce-Skala vorangetrieben. Neben zwei bereits realisierten Bohlen-Pierce-Klarinetten in zwei verschiedenen Größen wurde vor Kurzem ein weiteres Instrument gefertigt und soll in regelmäßigen Konzertreihen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Darüber hinaus sind die Instrumente anhand von CD Veröffentlichungen erfahrbar.

Forum 2.0: Die Bühne des 21. Jahrhunderts

Eine der Brücken der HfMT in die Gesellschaft ist die Bühne – so auch die hauseigene. Die verschiedenen Disziplinen der Hochschule erheben unterschiedliche Ansprüche an diesen Ort der Aufführung und des Transfers: Die raumakustischen Qualitäten müssen für Sprechtheater, Vorträge, Oper, Orchester, Kammermusik, Jazz, Neue Musik, elektronische Musik und Multimedia-Konzerte geeignet sein. Gerade der Studiengang Multimediale Komposition unter der Leitung von Professor Hajdu nutzt die Potenziale einer multimedial bespielbaren Bühne.  Zu diesem Zweck wurde 2019 die „Meyer Sound Constellation“ Akustikanlage installiert. Die flexible Steuerung akustischer Eigenschaften ermöglicht damit den variablen Betrieb einer Bühne mit multidisziplinären Anforderungen. Mehrkanalproduktionen der HfMT können auf diese Weise im Forum der HfMT mit 465 Plätzen vor einem größeren Publikum aufgeführt werden – die Erforschung des neuen Bühnenraumes bilden Folgeprojekte der Stage 2.0 der Zukunft.

Zukunftsvision

Professor Hajdu plant die Zusammenarbeit mit Fachrichtungen der Astrophysik, Biologie und Chemie auf Basis der Bohlen-Pierce-Skala, die als Metapher für die Auseinandersetzung mit alternativen Lebensformen und Welten gilt. Die Entwicklung eines Narrativs von Daten aus den Naturwissenschaften in Verbindung mit Klängen der Bohlen-Pierce-Skala wäre dabei eine mögliche Vision. Darüber hinaus ist es geplant, Elemente der innovativen Hochschule zu verstetigen, Professor Hajdu fokussiert die Gründung eines Zentrums für Forschung, Entwicklung, Transfer und Weiterbildung auch in Form eines neuen Gebäudes.

Schwerpunkte

  • Multimediale Komposition
  • Mikrotonale Musik
  • Entwicklung von Musiksoftware
  • Bohlen-Pierce-Skala
  • Interdisziplinäre Forschung: Verbindung künstlerischer Fragestellungen mit technologischen Mitteln

Kooperationen

Interessiert an

Im Fokus der interdisziplinären Kooperationsideen von Professor Hajdu stehen die Zusammenarbeit mit den Naturwissenschaften in Bezug auf alternative Lebensformen und Welten auf Basis der Bohlen-Pierce-Skala sowie jeglicher Kooperationspartner im Sinne einer Weiterentwicklung des Forschungsprojektes Healing Soundscape.

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