Prof. Antje Stokman

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Prof. Antje Stokman

HafenCity Universität
Architektur und Landschaft

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Was macht die lebenswerte Stadt der Zukunft aus? Wie können zunehmend verdichtete Städte Raum für ökologische Vielfalt bieten und dabei infrastrukturelle, soziale und ästhetische Prämissen in sich vereinen? Antje Stokman, Professorin für Architektur und Landschaft an der HafenCity Universität Hamburg, widmet sich in ihrer disziplinübergreifenden, internationalen Forschung unterschiedlichen Fragestellungen nach den Bedingungen der lebenswerten Stadt der Zukunft an den Schnittstellen zwischen ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Partizipation und Stadtentwicklung. Ihr Fokus liegt dabei auf der Re-Integration und Durchmischung getrennter Funktions- und Lebensbereiche sowie der Schaffung neuer landwirtschaftlicher Nutzflächen, die den Stadtraum auch „essbar“ machen sollen. Als Landschaftsarchitektin verfügt Professorin Stokman zudem über die Expertise, den Stadtraum wieder sichtbar und nutzbar für natürliche Prozesse werden zu lassen. Der klimaangepasste Transformationsprozess von grauer Infrastruktur in Form von Gebäude-, Wasser- und Verkehrsinfrastrukturen als blau-grüne Infrastruktur ist dabei eine wichtige Strategie für die Gestaltung der Stadträume der Zukunft.

Die Funktions- und Lebensbereiche der lebenswerten Stadt der Zukunft

Professorin Stokman setzt in ihrer Forschung mit ihrem Verständnis der lebenswerten Stadt als eine Durchmischung von Funktions- und Lebensräumen an. Dass eine verdichtete Stadt nicht mehr im Gegensatz zu einer grünen Stadt stehen muss, gehört damit zu einer ihrer grundlegenden Auffassungen. Konkrete Maßnahmen, die Professorin Stokman in ihrer Forschung vorantreibt, sind Straßenräume in sogenannte Straßenparks zu verwandeln, Gebäude in ihren nutzbaren Oberflächen zu begrünen, Grünräume durch Nutzungsintensivierung und Mehrfachnutzungen zu qualifizieren, Regenwasser nach dem Schwammstadt-Prinzip für die Kühlung und Bewässerung der Stadt zu nutzen und die „essbare Stadt“, d.h. Platz zu schaffen für Landwirtschaft, sodass die Lebensmittelproduktion der Zukunft innerhalb der Stadtregion erfolgen kann.

Die Erfahrbarkeit ökologischer Zusammenhänge

Ein zentraler Gedanke in der Forschung und Praxis von Professorin Stokman ist mithilfe von Landschaftsarchitektur ökologische Zusammenhänge im Stadtraum wieder erfahrbar zu machen und durch die Entwicklung neuer Lösungen und Prototypen zu zeigen, dass Umweltsensibilität, Energie- und Ressourceneffizienz letztlich zu besseren Orten für alle führen. Viel zu oft bedeuten konstruierte Landschaften die gleichzeitige Zerstörung natürlicher Ressourcen. Einen großen Einfluss auf ihr Bestreben, ökologische Zusammenhänge sichtbar zu machen, hatte die Lehr- und Forschungsarbeit Professorin Stokmans in China. Für Professorin Stokman sind beispielsweise Lösungsansätze aus China zukunftsweisend, die aufgrund des hohen urbanen Wachstumsdrucks in einem großen Maßstab und großer Schnelligkeit umfassende Strategien entwickeln und implementieren, um natürliche Ressourcen erhalten und sie in die Stadt integrieren.

Städte als Reallabore für klimatische Herausforderungen der Zukunft

Professorin Stokman konnte durch ihre internationale Forschungsarbeit in Megastädten wie Lima und Kairo Erfahrungen sammeln, die für die zukünftigen klimatischen Herausforderungen für Städte in Europa wegweisende Zukunftsperspektiven hinsichtlich der Lebensqualität bei extremen Wetterverhältnissen und knappen Ressourcen bieten. In Lima konnte Professorin Stokman zusammen mit einem interdisziplinären Team die Leistungsfähigkeit einer natürlichen Kläranlage aus Kies und Grünpflanzen als Ausgangspunkt für die Bewässerung eines neuen Parks in einer ungeplanten Wüstensiedlung unter Beweis stellen. Dabei ging es darum zu zeigen, welche kostengünstigen Lösungen es gibt, um die Herstellung, Pflege und Bewirtschaftung von grünen, kühlenden Freiräumen mit naturnahen Verfahren der Abwasserbehandlung und –nutzung zu verbinden. Angesichts der durch den Klimawandel hervorgerufenen Temperatursteigerungen müssen sich auch die Städte in Nordeuropa mit der Frage beschäftigen, wie der Wasserrückhalt bei plötzlichem Starkregen und die Nutzung des gesammelten Wassers optimiert werden kann. In Reallaboren in Köln, Dortmund und Hamburg forscht sie aktuell in der engen Zusammenarbeit mit unterschiedlichen zivilgesellschaftlichen Initiativen, Unternehmen und Stadtverwaltungen an der Zukunftsaufgabe, Architektur und Infrastruktursysteme grüner und klimaresilienter zu gestalten.

Interdisziplinäre Forschung zu klimagerechten Strategien des Bauens und der Metropolenentwicklung

Professorin Stokman ist aufgrund ihrer internationalen Praxis und Forschung sowie ihre unmittelbare Beteiligung an vielen Hamburger und nationalen Stadtentwicklungsprojekten die ideale Ansprechpartnerin für Kooperationen und Projekte, die auf die Transformation urbaner Räume hinsichtlich der Integration natürlicher Prozesse und Ressourcen abzielen. Aufgrund ihrer weltweiten Forschung in Reallaboren extremer klimatischer Bedingungen sowie ihrer Kompetenz in der Umsetzung ko-kreativer, partizipativer Verfahren und experimentellen Realisierung unkonventioneller Lösungen, bietet sie eine breite Expertise für Entscheidungsträger, Behörden, NGOs und lokale Initiativen, die sich mit Fragen der lebenswerten, klimagerechten Stadt der Zukunft auseinandersetzen.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Seit 2020 | VON GRAU ZU GRÜN - Lineare Infrastrukturlandschaften als Freiräume für die Stadt im Klimawandel (LILAS). Landesforschungsförderung Hamburg. Kooperativer Forschungsverbund HCU und TUHH

Professorin Stokman ist Initiatorin und Mitglied des Leitungsteams des Forschungsverbundes zwischen HCU und TUHH, das die Landesforschungsförderung Hamburg erhalten hat. Angesichts der klimatischen Herausforderungen stehen urbane Räume vor großem Veränderungsdruck. Deshalb werden in diesem Projekt Transformationspotentiale von grauen Flächen wie z.B. Straßen und kanalisierte Gewässer in blau-grüne Infrastrukturen untersucht. Denn diese Flächen stellen ein enormes Flächenpotential für ein Mehr an Grün und öffentlichem Raum dar, die eine wichtige Rolle zur Förderung der Resilienz einer Stadt dar, z.B. durch die Aufnahme und temporäre Speicherung von Starkregen in Grünflächen. Schwerpunkte des Projektes sind die Gestaltung der Verkehrswende, die Regenwasserinfrastrukturanpassung sowie die städtische Gewässerentwicklungsplanung.

Seit 2019 | iResilience - Soziale Innovationen und intelligente Stadtinfrastrukturen für die resiliente Stadt der Zukunft, Teilprojekt Stadt- und landschaftsplanerische Strategien grün-blauer und intelligenter Stadtinfrastrukturen, BMBF Leitinitiative Zukunftsstadt (in Kooperation u.a. mit Difu, Stadt Köln, Stadt Dortmund, Sozialforschungsstelle TU Dortmund)

Der Forschungsverbund untersucht in drei Reallaboren in Köln und Dortmund wie Bürger:innen, Unternehmen, Politik, Verwaltung und Initiativen den Herausforderungen des Klimawandels wie z.B. anhaltende Hitze- und Trockenperioden nicht nur begegnen, sondern gleichzeitig die Steigerung der Lebensqualität unterstützen können. Die kontinuierliche Entwicklung der Resilienz und Anpassungsfähigkeiten urbaner Räume steht im Fokus der Untersuchungen. Professorin Stokman leitet als Expertin für Reallabore und blau-grüne Infrastruktur die ko-kreative Arbeit mit Bürger:innen und Initiativen im Hinblick auf die Entwicklung von Zukunftsbildern und konkreten Maßnahmenplanungen, auch hinsichtlich der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Forschungsverbundes.

Seit 2018 | CLEVER Cities: Co-designing Locally tailored Ecological solutions for Value added, socially inclusive Regeneration in Cities, EU-Horizon 2020 (in Kooperation u.a. mit Bezirk Harburg, BUKEA, Hamburgisches WeltWirtschaftsinstitut, TUHH,...)

Professorin Stokman ist Mitglied des Hamburger Teams des Kooperationsprojektes Clever Cities, in dem die Städte Hamburg, London und Mailand mit einer Vielzahl weiterer internationaler Partner mit sich komplementierenden Kompetenzen, Fachwissen und Erfahrungen an neuen Strategien der Förderung nachhaltiger und sozial integrativer Stadterneuerung mittels lokal zugeschnittener natur­basierter Lösungen (sog. Nature Based Solutions).  Ziel dieses Ansatzes ist es, naturbasierten Lösungen in Bezug auf technische, soziale und wirtschaftliche Innovation anzuwenden und gleichzeitig ko-kreativ mit lokalen Akteur:innen zum lokalen Nutzen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen umzusetzen. Unter Mitwirkung von Professorin Stokman werden in dem Hamburger Projektgebiet in Neugraben-Fischbek naturbasierte Lösungen, wie z.B. die Implementierung von Gründächern, der Rückhalt von Regenwasser im Quartier und die funktionale, ökologische und gestalterische Aufwertung eines Retentionsbodenfilters, pilotiert und Maßnahmen umgesetzt.

Zukunftsvision

Professorin Stokman strebt die hochschulübergreifende Vernetzung und den Aufbau von Kooperationsstrukturen im Themenfeld blau-grüne Infrastruktur und klimaangepasste Stadtentwicklung an. Professorin Stokman sieht angesichts der großen Verantwortung des Planungs- und Bausektors im Hinblick auf die Klimagerechtigkeit dringenden Handlungsbedarf, um den klimatischen Herausforderungen von Megacities, Metropolregion und Städten durch integrative, ökologische Ansätze begegnen zu können. Eine Vision von Professorin Stokman ist dabei die Gründung einer Plattform, die die Vernetzung interdisziplinärer, wissenschaftlicher und praktischer Expertise zu landschafts- und wasserbezogenen Herausforderungen für den urbanen Raum der Zukunft mit Bürger: innen, Verwaltungen, Politik und Initiativen ermöglicht und gemeinsame Strategien für die Umsetzung und Evaluierung von geeigneten Maßnahmen ermöglicht.

Schwerpunkte

  • Landschaftsarchitektur
  • Grüne Architektur
  • Nachhaltige Stadtplanung
  • Klimaanpassung
  • Wasserkreislauf in der Stadt
  • Blau-grüne Infrastruktur
  • Transformation urbaner Räume
  • Reallabore und Realexperimente
  • Ko-kreative Stadtentwicklung

Kooperationen

  • Seit 2021 Mitglied Beirat HOCHFORM – Kinderarchitekturzentrum HafenCity
  • Seit 2021 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat Reallabor „Wissenschaftlicher Beirat „Gute Küste Niedersachsen“, Leibniz Universität Hannover
  • Seit 2020 Mitglied im Fachbeirat von Hamburg Wasser
  • Seit 2020 Mitglied im Kuratorium der Stiftung IntEF-U.A.N.
  • Seit 2019 Mitglied der DWA-Koordinierungsgruppe Wassersensible Zukunftsstadt
  • Seit 2017: Mitglied im Empfehlungsgremiums des Agglomerationskonzepts Region Köln/Bonn
  • Seit 2016: Mitglied im Fachbeirat der IBA Thüringen
  • 2019-2021 Mitglied in der Kommission „Niedersachsen 2030“
  • 2012 – 2017: Mitglied im Beirat für Nachhaltige Entwicklung des Landes Baden-Württemberg

Interessiert an

  • Interdisziplinäre Forschung und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteur:innen urbaner Räume zum Thema Klimaanpassung und lebenswerte Stadt
  • Stärkung des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Gesellschaft
  • Mitwirkung an und Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Initiativen

Professorin Stokman setzt sich sehr für den Austausch und die Zusammenarbeit der Wissenschaft mit den Bürger:innen und Akteur:innnen urbaner Räume ein, die mit ihren Praktiken und Ideen als „Pioniere des Wandels“ Innovationen ermöglichen und die große Transformation zu einer ressourcenschonenden, gemeinwohlorientierten Gesellschaft anführen. Durch unterschiedliche Lehr- und Forschungsformate unterstützt sie zivilgesellschaftliche Initiativen und die Verwaltung mit ihrer Expertise in Antragsstellung, Projektplanung und -umsetzung. Die Entwicklung und Stärkung interdisziplinärer, ko-kreativer Formate der Zusammenarbeit an den Schnittstellen zwischen ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Partizipation und Stadtentwicklung ist daher ein wichtiger Bestandteil ihrer Forschungstätigkeit.

Wissen entdecken, Expertise finden &

gemeinsam Ideen verwirklichen