Prof. Dr. Almuth Süberkrüb

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Prof. Dr. Almuth Süberkrüb

Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Musikpädagogik, Allgemeine Instrumental-Vokaldidaktik und Elementare Musikpädagogik

Prof. Dr. Almuth Süberkrüb

Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Musikpädagogik, Allgemeine Instrumental-Vokaldidaktik und Elementare Musikpädagogik

About

Audiation ist für die Musik, was der Gedanke für die Sprache bedeutet, denn: unter diesem Begriff wird die Fähigkeit verstanden, physikalisch nicht präsente Musik zu hören und zu verstehen. Dieses Phänomen ist eingebettet in den Ansatz der Music Learning Theory (MLT) und bildet einen zentralen Forschungsschwerpunkt von Professorin Almuth Süberkrüb der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Als Studiengangsleiterin der Elementaren Musikpädagogik untersucht Professorin Süberkrüb das Lernen und Verstehen von Musik in der Kindheit und dabei auch Prozesse der Affektabstimmung und Resonanz. Die Erkenntnisse überträgt sie auch in die Erwachsenenbildung, denn Elementare Musikpädagogik umfasst Musikvermittlung für alle Altersstufen: Das Forschungsprojekt Elementare Musikpraxis International bildet Musiker:innen und Musikpädagog:innen mit Fluchterfahrung auf Basis der Music Learning Theory (MLT) weiter und bietet mit einem universitären Zertifikat die Chance für den Einstieg als Musikpädagog:innen in deutschen Musikschulen und Kindertagestätten.

Musiklernen und Musikverständnis: Audiationsbasiertes Musiklernen

Musiklernen ist ein (lebens-)langer Prozess, der im Idealfall durch Musikpädagog:innen, Musiker:innen und Eltern begleitet wird. Musikverständnis ist eine angeborene Fähigkeit, die der Mensch in seinem Leben weiterentwickelt, die ihn dazu ermächtigt, mit Musik in ähnlich selbstverständlicher Art und Weise umzugehen wie mit Sprache. Der amerikanische Musikpädagoge und -psychologe Edwin E. Gordon prägte im Zuge seiner Music Learning Theory (MLT) als Äquivalent zum Verhältnis von Gedanken zur Sprache den Begriff der Audiation für den Bereich der Musik. Audiation ist die Fähigkeit in Musik zu denken. einen hörenden Zugang beim Musikverstehen in den Vordergrund Der Forschungsansatz von Professorin Süberkrüb im Fachbereich der Elementaren Musikpädagogik basiert auf der Förderung von Entwicklung der Audiationsfähigkeit, welche sich auf die Vermittlung variationsreicher tonaler, harmonischer und rhythmisch-metrischer Inhalte konzentriert und dabei auch Vielfalt in Stilistik, Artikulation, Atmung und Intonation umfasst. Dieser Ansatz bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zu interdisziplinären Lehr- Forschungsprojekten. So leitete Professorin Süberkrüb im Sommersemester 2020 ein Lehrprojekt, das aktuelle Erkenntnisse aus der Neurobiologie, Lern- und Bildungstheorie auf ihre Bedeutung für musikalisches Lernen hin untersucht und die Ergebnisse in Form von Trickfilmen für unterschiedliche Altersgruppen aufbereitet.

Musiklernen in einer lauten Welt: Klang, Geräusch und Ruhe

Die Musik, die Kinder beim Aufwachsen in der Welt umgibt, ist von konstanten Verhältnissen in Tonalität und Metrum dominiert. Stellt man sich beispielsweise alltäglich Wege vor, so sind diese in Verkehrsmitteln, Aufzügen und Verkaufsräumen meist von lauten Geräuschen und einer Musik in Dur, in Zweiermetren teils auch Moll und Dreiermetren geprägt. Professorin Süberkrüb erkennt in dieser recht einseitigen Dominanz eine Problematik für das Musiklernen, da der Lernprozess über Vergleiche funktioniert. Ein weiteres Hindernis für das Musiklernen sieht Professorin Süberkrüb in der zunehmenden häufig unbewussten Präsenz von Musik, denn für das Musiklernen und das Musikverständnis braucht das menschliche Gehirn nicht nur unterschiedliche musikalische Reize, sondern auch Ruhe, damit neue Impulse verarbeitet und im Gehirn verankert werden können. In den von Professorin Süberkrüb geleiteten Eltern-Kind-Musikgruppen ist daher das Element der Ruhe ein zentrales Moment. Neben einer Variation unterschiedlicher Musikstile, Tonalitäten und Metren wird den teilnehmenden Kindern in stillen Momenten die Möglichkeiten gegeben, neue Impulse zu verarbeiten und auf sie im individuellen Tempo und Modus zu reagieren.

Interdisziplinäre und interkulturelle Brückenschläge

Die Forschungsansätze der Elementaren Musikpädagogik auf Basis der MLT bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für transkulturelle und interdisziplinäre Forschungsprojekte und sind eine innovative Basis für Weiterbildungsprojekte. Das Forschungsprojekt Elementare Musikpraxis International, das ein Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes Innovative Hochschule ist, betrachtet das Phänomen des Audiationslernens als interkulturelle Brücke. Zugewanderte Musiker:innen und Musikpädagog:innen werde unter der Leitung von Professorin Süberkrüb im gleichnamigen Zertifikatsstudiengang weitergebildet, um hier in Deutschland ihre Expertise einbringen zu können und möglichst schnell und unkompliziert Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in der musikalischen Frühförderung in Kindertagestätten zu erlangen. Die daraus resultierende Förderung von Kindern im Bereich Audiation lässt die Kinder vom internationalen – und damit variationsreichen – Repertoire der ausgebildeten Musikpädagog:innen profitieren.

Professorin Süberkrüb strebt außerdem eine stärkere Vernetzung aller Disziplinen im Bereich Frühkindlicher Bildung und Diagnostik von musikalischer Entwicklung im Kindesalter an, die auf ihren Erkenntnissen aus den von ihr geleiteten Eltern-Kind-Musikgruppen aufbauen sollen. Einen zukünftigen Schwerpunkt bilden hierbei zwei auf den ersten Blick schwer vereinbar scheinende Aspekte, nämlich das Phänomen Resonanz in unterschiedlichen Facetten einerseits und die Ausarbeitung und Weiterentwicklung virtueller Angebote für das Musiklernen für Eltern und Kinder andererseits.

Aktuelle
Forschungsprojekte /
Aktivitäten

Elementare Musikpraxis International

Das von Professorin Süberkrüb geleitete Projekt entstand zunächst als Pilotprojektinitiative mit den Kooperationspartnern Kultur Palast Hamburg, BFD Welcome und der Edwin E. Gordon Gesellschaft Deutschland e.V (EEGG) und widmete sich der Weiterbildung von Musiker:innen und Musikpädagog:innen mit Fluchthintergrund für den Einsatz in Kitas in kulturell benachteiligten Regionen Hamburgs. Heute widmet sich das Vorhaben als Teilprojekt der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vergebenen Förderung Innovative Hochschule, die die HfMT als einzige künstlerische Hochschule deutschlandweit erhielt, der Weiterbildung und Zertifizierung von Musiker:innen und Musikpädagog:innen mit Migrationshintergrund. Die Qualifikation der Teilnehmenden geschieht in Kooperation mit Fröbel Bildung und Erziehung in Tandem-Partnerschaften mit Kita-Erzieherinnen und Erziehern, die ebenfalls eine Weiterbildung im Bereich musikalischer Bildung absolvieren. Die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und individuellen Erfahrungen und Traditionen der Teilnehmenden können so sehr gut in das Zertifizierungsprogramm eingebunden werden, das zum Ziel hat, den Teilnehmenden einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in der Frühkindlichen Bildung zu ermöglichen.

Ergebnisse hiervon fließen unter anderem in HOOU-Projekte zur Musikvermittlung im frühkindlichen Bereich ein und werden in Zukunft an der Hamburger Musikhochschule beheimateten Website Ganz Ohr! (www.ganzohr.org) eingehen und werden so einem breiten Publikum zugängig.

Zukunftsvision

Die Förderung des Musiklernens und Verständnisses im Kindesalter verlangt nach einem sicheren Raum. Gibt es Möglichkeiten, im Anschluss an erlebtes immersives Lernen, bei dem ein sicherer emotionaler Raum hergestellt werden konnte, anknüpfende virtuelle Angebote des Musiklernens zu etablieren? Gibt es in weiterführenden Bildungseinrichtungen sichere Räume, in denen immersives musikalisches Lernen erfolgen kann? Was macht die Musik mit den Menschen und wie kann interkulturelle Verständigung auf Basis der Musik gestärkt und gefördert werden? Die Erforschung dieser Fragestellungen benötigt einen Begegnungsraum, zu dessen Realisierung Professorin Süberkrüb Kooperationen mit Stiftungen und Bildungseinrichtungen anstrebt.

Schwerpunkte

  • Musikpädagogik
  • Elementare Musikpädagogik
  • Musiklernen und Musikverständnis
  • Lehren und Lernen
  • Facetten von Resonanz in Prozesses der Musikvermittlung
  • Audiationsentwicklung
  • Improvisation
  • Zertifizierung zugewanderter Musiker:innen

Kooperationen

  • Vorsitzende der Edwin E. Gordon Gesellschaft Deutschland e.V.
  • Projektleitung ganzohr.org
  • Arbeitskreis Elementare Musikpädagogik
  • Arbeitsgemeinschaft der Leitenden musikpädagogischer Studiengänge in der Bundesrepublik Deutschland
  • Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen
  • Fröbel Bildung und Erziehung Deutschland gGmbH
  • Kulturpalast Hamburg
  • Musikkindergarten Hamburg

Interessiert an

  • Zusammenarbeit mit Stiftungen
  • Interdisziplinäre Forschungsprojekte im Bereich Frühkindlicher Bildung und Diagnostik
  • Virtuelle Angebote des Musiklernens

Die Zusammenarbeit im Bereich Frühkindlicher Bildung und Lernen von und durch Musik sowie der Erforschung virtueller Angebote des Musiklernens bietet für Professorin Süberkrüb interessante Anknüpfungspunkte in andere Disziplinen.

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